Bewirtungskosten: Zwei Urteile stärken Steuerzahler

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Arbeitnehmer dürfen in größerem Umfang als bisher Bewirtungskosten abziehen. Dieser Trend in der Rechtsprechung wird von zwei weiteren Urteilen gestärkt. Die Gerichte urteilten zugunsten eines Außendienstleiters und eines Amtsleiters.

Der Außendienstleiter einer Versicherung hatte seine Mitarbeiter zu einer Dinershow eingeladen und dafür insgesamt € 2.100,- gezahlt. Das Finanzamt hatte die Kosten mit der Begründung gestrichen, der Abend sei das Privatvergnügen des Versicherungsmanns gewesen.

Falsch, urteilte das Finanzgericht Köln. Weil es keinen Zusammenhang zu einem persönlichen Ereignis wie einem Geburtstag gegeben habe, müsse man davon ausgehen, dass die Einladung berufliche Gründe hatte. Der Außendienstleiter habe seine Angestellten für gute Ergebnisse belohnen und zu hoher Leistungsbereitschaft motivieren wollen. Aufgrund seiner erfolgsabhängigen Bezüge würde er von einer besseren Arbeitseinstellung seiner Untergebenen direkt profitieren (FG Köln, Urteil vom 19.1.2007, Az. 10 K 4902/04). Das Finanzamt hat Revision beim BFH eingelegt (Az. VI R 7/07).

Sogar Angestellte mit festen Bezügen können profitieren


Der Leiter eines Katasteramtes hatte anlässlich des fünfjährigen Jubiläums seiner Behörde alle Mitarbeiter eingeladen. Auch hier fand das Finanzamt, dass es sich um das Privatvergnügen des Beamten gehandelt habe. Auch hier widersprach das Finanzgericht.

Eine Feier anlässlich eines Firmen- oder Behördenjubiläums habe ausdrücklich keinen privaten Bezug. Dies sei im konkreten Fall auch an der Tatsache deutlich geworden, dass ausschließlich die Mitarbeiter eingeladen waren und die Veranstaltung in Amtsräumen stattgefunden hatte.

Es sei gleichgültig, dass der Amtsleiter keine erfolgsabhängigen Bezüge habe. Für den Werbungskostenabzug sei eine "tatsächliche Steigerung der Einnahmen nicht gefordert", so die Richter. Es reiche die Absicht, die Belegschaft zu belohnen und zu motivieren. "Ein gut funktionierendes Amt ist für die berufliche Tätigkeit und den beruflichen Werdegang des Amtsleiters allemal förderlich“" (FG Niedersachsen, Urteil vom 15.6.2006). Auch hier hat das Finanzamt Revision eingelegt (Az. VI R 68/06).

Steuertipp
Machen Sie in vergleichbaren Fällen Ihre Ausgaben als Werbungskosten geltend. Lehnt das Finanzamt ab, legen Sie Einspruch ein. Verweisen Sie auf die anhängigen BFH-Klagen und beantragen Sie Ruhen des Verfahrens bis zu einem Urteil.

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