Bewirtung im Namen des Arbeitgebers: Kosten unbeschränkt abziehbar

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Bewirtet ein Arbeitnehmer Gäste im Namen seines Arbeitgebers, darf er die Kosten in voller Höhe abziehen. Besonderen Nachweispflichten muss er nicht beachten

Kosten für die Bewirtung von Personen aus geschäftlichem Anlass dürfen Arbeitnehmer in der Regel zu 70 Prozent als Werbungskosten abziehen. Auf der Rechnung müssen dazu Angaben zu Ort, Tag, Teilnehmer und Anlass der Bewirtung notiert werden (§ 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 2 EStG, §9 Abs. 5 EStG).

Diese Einschränkungen gelten aber nur, wenn der Arbeitnehmer selbst der Gastgeber ist. Lädt hingegen der Arbeitgeber ein und der Arbeitnehmer trägt nur die Kosten, sind die Bewirtungskosten in voller Höhe abziehbar.

Dieses Urteil fällte der Bundesfinanzhof im Falle eines Generals der Bundeswehr. Bevor er in den Ruhestand ging, übertrug er seine Dienstgeschäfte im Rahmen einer militärischen Veranstaltung auf seinen Nachfolger.

An dem anschließenden Empfang im Offiziersheim nahmen Bundeswehrangehörige und Gäste von außerhalb teil. Für einen Teil der Bewirtungskosten kam der Kläger mangels ausreichender dienstlicher Mittel selbst auf. Er machte die Kosten als Werbungskosten geltend.

In erster Instanz erkannte das Finanzgericht die Kosten nicht an, weil der General auf den Belegen nicht die Namen der Gäste notiert hatte. Der BFH revidierte diese Entscheidung. Nicht der General, sondern sein Dienstherr sei der Gastgeber der Veranstaltung gewesen. Aus diesem Grund müsse der General weder die Abzugsbeschränkung noch die Nachweisanforderungen beachten (BFH-Urteil vom 19. Juni 2008 VI R 48/07).
Steuertipp
Leider ist noch nicht klar, welche Nachweise das Finanzamt in vergleichbaren Fällen sehen will. Übernimmt der Arbeitgeber einen Teil der Kosten, ist dies ein deutliches Indiz für eine Bewirtung in seinem Namen. Übernimmt er keine Kosten, sollten Betroffene sich vom Arbeitgeber bescheinigen lassen, dass die Bewirtung in seinem Namen stattgefunden hat.

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