Bewirtung: Chef gibt zum Behördenjubiläum einen aus - Kosten abziehbar

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Spendiert der Leiter einer Behörde seinen Mitarbeitern anlässlich des Jubiläums der Dienststelle ein Essen, darf er diese Bewirtungskosten als Werbungskosten abziehen.

Im Katasteramt feierten die Beamten und Angestellten fünfjähriges Jubiläum. Ihr Chef hatte sie zu einem Mittagessen, Kaffee und Kuchen eingeladen.

Das Finanzamt wollte die Kosten dafür - rund 1.000 Euro - nicht als Werbungskosten anerkennen. Die Feier sei ein Privatvergnügen des Behördenleiters gewesen, mit der er seine gesellschaftliche Stellung habe verbessern wollen. Eine Bewirtung der Mitarbeiter durch einen Vorgesetzten könne nur dann berücksichtigt werden,
  • wenn es sich um die Belohnung für gute Leistungen einiger weniger Mitarbeiter handelt oder
  • das Gehalt des Vorgesetzten vom Erfolg abhängig ist und er sein Mitarbeiter durch die Bewirtung besonders motivieren will. 
Das Niedersächsische Finanzgericht hatte dem Finanzamt in erster Instanz widersprochen. Der Behördenchef habe die Leistungen aller Mitarbeiter würdigen und sie zur weiteren Leistungsbereitschaft motivieren wollen. Erfolgsabhängige Bezüge seien nicht notwendig, "denn ein gut funktionierendes Amt ist für die berufliche Tätigkeit und den beruflichen Werdegang des Amtsleiters allemal förderlich" (FG Niedersachsen, Urteil vom 15.6.2006, Az. 1 K 11346/02).

Jetzt bestätigte der Bundesfinanzhof dieses Urteil. Das Finanzgericht habe zurecht angenommen, dass der beruflichen Veranlassung "nicht entgegensteht, dass der Kläger keine erfolgsabhängigen Einnahmen erzielt." An eine Einladung aus Privatvergnügen mochten die BFH-Richter ebenfalls nicht glauben: Es widerspreche der allgemeinen Lebenserfahrung, dass ein Amtsleiter die gesamte Belegschaft aufgrund persönlicher Beziehungen bewirte (BFH-Urteil vom 6.3.2008, Az. VI R 68/06).

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