Auslandskongresse: Finanzamt darf bei Teilnahmenachweisen nicht zu penibel sein

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Bei Fachtagungen und Kongressen im Ausland stellen die Finanzämter hohe Anforderungen an den Teilnahmenachweis. Oft zu hohe, wie der Bundesfinanzhof jetzt bestätigte. Eine vom Veranstalter nachträglich ausgestellte Bescheinigung reicht aus (BFH-Urteil vom 11.1.2007, VI R 8/05)

Ein Arzt hatte an einem Symposium in einem beliebten Wintersportort teilgenommen. Grund genug für das Finanzamt, dem Chirurgen private Interessen zu unterstellen und die Kosten dieser Fortbildung zu streichen: Es sei nicht ausgeschlossen, dass der Aufenthalt zum Teil für Freizeitvergnügen genutzt worden wäre.

Dass der Arzt von morgens bis abends Vorträge und Kurse besucht hatte, glaubte das Finanzamt nicht. Vom Kongress-Veranstalter nachträglich ausgestellten Teilnahmebescheinigungen akzeptierte es nicht als Beweis. Die Bürokraten forderten für jede besuchte Einzelveranstaltung eine am selben Tag vor Ort ausgestellte Anwesenheitsbestätigung.

Der BFH wies diesen Anspruch zurück und schloss sich damit der Meinung der Vorinstanz an. Die hatte das Finanzamt wegen realitätsfremder Forderungen getadelt, die Veranstalter von Fachkongressen vor "nahezu unlösbare organisatorische Probleme“ stellen würde. Auch dürfe sich ein Kongressteilnehmer bei einem Vortragsprogramm von täglich mehr als sechs Stunden zwischendurch eine Auszeit gönnen und einen Programmpunkt versäumen - schließlich sei die "geistige Aufnahmekapazität begrenzt.“

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