Aufwendungen für ein Erststudium: Werbungskosten?

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Sind die Kosten für ein "klassisches" Erststudium im Anschluss an das Abitur, den Wehr- bzw. Zivildienst oder nach einem sozialen Jahr als Werbungskosten abziehbar? Diese Frage muss jetzt das Finanzgericht Münster klären.

Im konkreten Fall hatte die Klägerin ein duales Studium an einer Fachhochschule aufgenommen und wollte die Aufwendungen dafür als vorweggenommene Werbungskosten geltend machen. Das Finanzamt ließ die Studienkosten nur als Sonderausgaben zu, und zwar in Höhe von 4 000 Euro. Weil die Klägerin während des Studiums aber nur geringere Einnahmen erzielte, blieb der Sonderausgabenabzug wirkungslos. Nun müssen die Finanzrichter in Münster entscheiden (Az. 11 K 4489/09 F).

Ein ebenfalls zu diesem Thema anhängiges Verfahren hat das Finanzgericht Niedersachsen negativ entschieden (FG Niedersachsen, Urteil vom 26.11.2009, Az. 1 K 405/05). Die Richter mussten sich zur Frage des Werbungskostenabzugs nicht äußern, weil der Kläger bereits am Nachweis der Werbungskosten scheiterte. Weiterhin anhängig ist ein Verfahren vor dem FG Saarland (Az. 2 K 357/05). Dort geht es um den Werbungskostenabzug für eine erstmalige Berufsausbildung.

Steuertipp

Wer solche Kosten hat, sollte sie als Werbungskosten in der Anlage N geltend machen. Erkennt das Finanzamt diese Kosten nicht an, sollten Sie Einspruch einlegen und Ruhen des Verfahrens beantragen. Sie können sich auf das Verfahren VI R 22/09 beim Bundesfinanzhof berufen. Dort geht es um die Frage, ob es verfassungsgemäß ist, dass der Gesetzgeber ein Abzugsverbot für die erstmalige Berufsausbildung und das Erststudium festgelegt hat.

Wer als Student keine Steuerklärung abgeben muss, weil er gar keine eigenen Einnahmen erzielt, kann einfach abwarten. Denn eine Steuererklärung für die Studienjahre, in der man seine Studienkosten als vorweggenommene Werbungskosten ansetzt, darf man noch bis zu vier Jahre nach dem entsprechenden Kalenderjahr abgeben.

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