Aufnahme eines Gastlehrers: Werbungskosten

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Ein Schulleiter nahm anlässlich eines Schüleraustauschs einen Gastlehrer bei sich auf. Die entstandenen Kosten darf er als Werbungskosten geltend machen.

Der Kläger ist Schulleiter eines Gymnasiums. Im Rahmen eines Schüleraustausches fand ein Besuch einer Schülergruppe aus Israel statt. Der vorherige Schulleiter hatte den Besuch in die Wege geleitet und den Kläger gebeten, während des Besuchs einen Gastlehrer in seinem Haushalt unterzubringen. Das tat der neue Schulleiter dann auch - und wollte die Kosten für Unterbringung, Verpflegung und zusätzliche Fahrten als Werbungskosten in seiner Steuererklärung absetzen. Von der Schule hatte er keine Erstattung erhalten.

Das geht, meinte Das FG Baden-Württemberg: Die Aufwendungen wurden durch die berufliche Tätigkeit veranlasst. Hätte der Kläger der Bitte des früheren Schulleiters nicht entsprochen, wäre bei diesem sowie bei den Lehrern und Schülern aus Israel und seiner Schule und bei der vorgesetzten Schulbehörde der Eindruck entstanden, der Kläger zeige kein Interesse an dem Schüleraustausch und sei nicht bereit, diesen zu fördern. Das hätte für den Kläger einen schlechten Start als neuer Schulleiter bedeutet.

Dass die Aufwendungen keine Auswirkungen auf die Höhe des konkreten Arbeitslohns hatten, steht dem nicht entgegen: Private Motive des Klägers für die Aufnahme der Gastlehrerin seien allenfalls von untergeordneter Bedeutung gewesen, meinten die Richter (FG Baden-Württemberg, Urteil vom 8.5.2008, Az. 14 K 218/02).

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