Arbeitszimmerkosten: Erlass zum Verfassungsgerichtsbeschluss ist da (Teil 2)

 - 

Schneller als erwartet liegt ein Erlass des Bundesfinanzministeriums zu den Arbeitszimmerkosten vor. Wer in seiner Steuererklärung Arbeitszimmerkosten angesetzt hat, bekommt bis zum Inkrafttreten der gesetzlichen Neuregelung einen in diesem Punkt vorläufigen Steuerbescheid. Das gilt spätestens ab dem 10.9.2010.

Was bedeutet der Beschluss für Berufstätige ohne weiteren Arbeitsplatz?

Nach jetziger Rechtslage können diese Personen ihr häusliches Arbeitszimmer nur dann absetzen, wenn es der Mittelpunkt der gesamten Berufstätigkeit ist. Diese Regelung darf nicht mehr angewendet werden, laufende steuerliche Verfahren sind auszusetzen. Betroffene können ihr Arbeitszimmer künftig auch dann absetzen, wenn es nicht Mittelpunkt der gesamten Berufstätigkeit ist.

Was bedeutet der Beschluss für Berufstätige mit einem anderen Arbeitsplatz?

Wer neben seinem häuslichen Arbeitszimmer noch über einen anderen Arbeitsplatz verfügt, profitiert nicht von dem Richterspruch. Denn die Verfassungsrichter haben die jetzige Regelung in diesem Punkt nicht beanstandet: Wenn jemand neben dem heimischen Büro noch einen anderen Arbeitsplatz hat, ist zu prüfen, an welchem dieser beiden Orte der Mittelpunkt der gesamten Berufstätigkeit liegt. Die Kosten des häuslichen Arbeitszimmers sind wie bisher nur dann abziehbar, wenn sich dort der Mittelpunkt befindet.

Was müssen Sie tun, wenn Sie Ihre Steuererklärung 2009 noch nicht abgegeben haben?

Wer neben seinem häuslichen Arbeitszimmer keinen einen anderen Arbeitsplatz hat, sollte seine Arbeitszimmerkosten in jedem Fall in der Steuererklärung angeben. Nur dann hat er eine Chance, einen vorläufigen Steuerbescheid zu bekommen und später von der gesetzlichen Neuregelung zu profitieren.

Was passiert, wenn Sie Ihre Steuererklärung abgegeben haben, aber noch kein Bescheid da ist?

Schneller als erwartet liegt ein Erlass des Bundesfinanzministeriums zu den Arbeitszimmerkosten vor (BMF-Schreiben vom 12.8.2010, Az. IV A 3 – S 0338/07/10010-03). Wer in seiner Steuererklärung Arbeitszimmerkosten angesetzt hat, bekommt bis zum Inkrafttreten der gesetzlichen Neuregelung einen in diesem Punkt vorläufigen Steuerbescheid. Das gilt spätestens ab dem 10.9.2010.


Lesen Sie weiter in Teil 3:
Wer muss jetzt etwas unternehmen?
Was passiert, wenn Sie Aussetzung der Vollziehung (AdV) beantragt haben?

zurück zu Teil 1

Weitere News zum Thema

  • Doppelte Haushaltsführung: Lage der Wohnungen zu berücksichtigen

    [] Die Entscheidung über den Lebensmittelpunkt erfordert eine Würdigung aller Umstände des Einzelfalls, die sich aus einer Zusammenschau mehrerer Einzeltatsachen ergibt. Dabei kann auch ein Vergleich der Lage der Wohnungen als Indiz bei der Beurteilung des Lebensmittelpunkts von Bedeutung sein. mehr

  • Zugbegleiterin hat keine regelmäßige Arbeitsstätte

    [] Eine Zug-Servicemitarbeiterin, die ihren Dienst täglich am selben Bahnhof beginnt und beendet, hat dort dennoch keine regelmäßige Arbeitsstätte: Ihre Haupttätigkeit erbringt sie im Zug, sagt das FG Rheinland-Pfalz. mehr

  • Werbungskosten: Wann sind Fahrten "typischerweise arbeitstäglich"?

    [] Vor dem BFH ist ein Verfahren anhängig, in dem es im Zusammenhang mit Werbungskosten um die Frage geht, was typischerweise arbeitstäglich im Sinne des § 9 Absatz 1 Satz 3 Nr. 4a Satz 3 EStG bedeutet und ob die Vorschrift nur dann anwendbar ist, wenn der Arbeitnehmer an sämtlichen seiner Arbeitstage den vom Arbeitgeber bestimmten Ort aufsuchen soll. mehr

  • Unfallkosten als Werbungskosten geltend machen

    [] Dämmerung, nasses Herbstlaub und in Gedanken noch oder schon im Büro: Ein Unfall ist da schnell passiert. Falls Sie die Kosten nicht vom Arbeitgeber ersetzt bekommen, dürfen Sie in Ihrer Steuererklärung Werbungskosten geltend machen! mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.