Arbeitszimmer: Finanzgericht hält Gesetzesänderung für verfassungskonform

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Seit 2007 dürfen die meisten Steuerzahler ein Arbeitszimmer nicht mehr im Rahmen der Werbungskosten geltend machen. Als erstes Gericht hat sich nun das Finanzgericht Berlin-Brandenburg zu der Gesetzesänderung geäußert. Es hält die Regelung für verfassungskonform.

Seit 2007 sind die Kosten des Arbeitszimmers entweder in voller Höhe absetzbar – nämlich dann, wenn der Raum der Mittelpunkt der gesamten beruflichen Tätigkeit ist – oder gar nicht. Diese Unterscheidung sei sachgerecht, glauben die Berliner Richter. Grund: Die Finanzbehörden hätten keine Möglichkeit zu kontrollieren, ob ein Arbeitszimmer tatsächlich den gesetzlichen Bestimmungen entspricht. Ein Finanzbeamter müsse einen Hausbesuch vorher ankündigen. Der Betroffene habe deshalb Zeit, das Zimmer nur für diesen Termin den Erfordernissen entsprechend herzurichten. Diese mangelnde Kontrollmöglichkeit des Fiskus erlaube dem Gesetzgeber auch eine krass pauschalierende Regelung.

Eine Ausnahme bestehe auch dann nicht, wenn kein anderer Arbeitsplatz für bestimmte Tätigkeiten zur Verfügung steht, wie zum Beispiel bei einem Lehrer. Denn in solchen Fällen seien die Kosten für ein Arbeitszimmer nicht zwangsläufig. Betroffene könnten sich zum Beispiel einen Arbeitsplatz in einem ansonsten privat genutzten Zimmer einrichten (FG Berlin-Brandenburg, Beschluss vom 6.11.2007, Az. 13 V 13146/07).

Das letzte Wort in Sachen Arbeitszimmer ist natürlich noch nicht gesprochen. Es sind weitere Musterverfahren anhängig. Und die Begründung des Finanzgerichts ist schwach: Entscheidend für den Werbungskostenabzug ist die berufliche Veranlassung, und nicht ob ein Sachverhalt einfach oder schwer kontrollierbar ist.

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