Arbeitszimmer (BMF-Schreiben vom 2.3.2011 und 3.4.2007)

So gut wie jeder Selbstständige benötigt einen Raum für seine unternehmerische Tätigkeit – entweder für die Ausübung des Berufs oder zur Erledigung von Büroarbeiten, die zwangsläufig mit dem Selbstständigen-Status einhergehen. Die Kosten eines betrieblich genutzten Raumes dürfen Sie in folgenden Fällen als Betriebsausgabe berücksichtigen:

  • Der Raum ist nicht Teil Ihrer Wohnung und damit außerhäuslich.

  • Der Raum gehört zu Ihrer Wohnung, ist aber kein Arbeitszimmer.

  • Der Raum ist ein häusliches Arbeitszimmer und Mittelpunkt Ihrer Gesamttätigkeit.

  • Der Raum ist Teil Ihrer Wohnung und ein Arbeitszimmer. Ein auswärtiger Arbeitsplatz ist nicht vorhanden.

    Hinweis: Aufgrund eines Urteils des Bundesverfassungsgerichts wurde der Ausgabenabzug bei häuslichen Arbeitszimmern ohne auswärtigen Arbeitsplatz rückwirkend zum 1.1.2007 wieder eingeführt.

In den ersten drei Fällen ist der volle Ausgabenabzug zulässig, im letzten Fall nur der eingeschränkte Abzug bis zu 1.250,– € jährlich.

Ist der von Ihnen für betriebliche Zwecke genutzte Raum ein außerhäusliches Arbeitszimmer, steht dem uneingeschränkten Betriebsausgabenabzug nichts im Wege. Weder der Gesetzgeber noch die Finanzverwaltung haben allerdings abschließend geregelt, wann ein Arbeitsraum häuslich oder außerhäuslich ist. Daher sind Finanzgerichtsurteile ein wichtiger Orientierungspunkt.

Das Bundesfinanzministerium hat dazu Stellung genommen, wann ein Raum als häuslich anzusehen ist. Die amtlichen Ausführungen orientieren sich an der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs: