Arbeitszimmer: Betriebsprüfer arbeiten nicht schwerpunktmäßig zu Hause

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Das häusliche Arbeitszimmer eines Großbetriebsprüfers ist regelmäßig nicht der qualitative Mittelpunkt seiner beruflichen Betätigung. Das gilt auch dann, wenn die Finanzverwaltung dem Betriebsprüfer seit der Genehmigung eines mobilen Arbeitsplatzes keinen Arbeitsplatz mehr zur Verfügung stellt.

Daher lassen sich die Kosten für das häusliche Arbeitszimmer auch nicht als Werbungskosten von der Steuer absetzen.

Das Arbeitszimmer des Prüfers ist nicht Mittelpunkt seiner gesamten betrieblichen und beruflichen Betätigung. Voraussetzung für einen solchen Mittelpunkt ist, dass der inhaltliche Schwerpunkt der Tätigkeit im Arbeitszimmer liegt. Dieser liegt bei einem Betriebsprüfer aber in den zu prüfenden Unternehmen, denn nach der Abgabenordnung muss die Außenprüfung grundsätzlich in den Geschäftsräumen des zu prüfenden Steuerzahlers stattfinden. Das Arbeitszimmer dient auch bei Vereinbarung eines mobilen Arbeitsplatzes lediglich der Erledigung aller vor- und nachbereitenden Arbeiten.

Dabei ist der zeitliche Anteil weniger entscheidend. Selbst wenn der Beamte abends und am Wochenende im heimischen Büro ausgiebig tätig wird, wird das Zimmer dadurch nicht automatisch zum Mittelpunkt. Maßgeblich ist vielmehr der inhaltliche Schwerpunkt, und der liegt bei den Unternehmen (FG Niedersachsen, Urteil vom 1.10.2009, Az. 1 K 11449/05).

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