Arbeitszimmer: Betriebsprüfer arbeiten nicht schwerpunktmäßig zu Hause

 - 

Das häusliche Arbeitszimmer eines Großbetriebsprüfers ist regelmäßig nicht der qualitative Mittelpunkt seiner beruflichen Betätigung. Das gilt auch dann, wenn die Finanzverwaltung dem Betriebsprüfer seit der Genehmigung eines mobilen Arbeitsplatzes keinen Arbeitsplatz mehr zur Verfügung stellt.

Daher lassen sich die Kosten für das häusliche Arbeitszimmer auch nicht als Werbungskosten von der Steuer absetzen.

Das Arbeitszimmer des Prüfers ist nicht Mittelpunkt seiner gesamten betrieblichen und beruflichen Betätigung. Voraussetzung für einen solchen Mittelpunkt ist, dass der inhaltliche Schwerpunkt der Tätigkeit im Arbeitszimmer liegt. Dieser liegt bei einem Betriebsprüfer aber in den zu prüfenden Unternehmen, denn nach der Abgabenordnung muss die Außenprüfung grundsätzlich in den Geschäftsräumen des zu prüfenden Steuerzahlers stattfinden. Das Arbeitszimmer dient auch bei Vereinbarung eines mobilen Arbeitsplatzes lediglich der Erledigung aller vor- und nachbereitenden Arbeiten.

Dabei ist der zeitliche Anteil weniger entscheidend. Selbst wenn der Beamte abends und am Wochenende im heimischen Büro ausgiebig tätig wird, wird das Zimmer dadurch nicht automatisch zum Mittelpunkt. Maßgeblich ist vielmehr der inhaltliche Schwerpunkt, und der liegt bei den Unternehmen (FG Niedersachsen, Urteil vom 1.10.2009, Az. 1 K 11449/05).

Weitere News zum Thema

  • Doppelte Haushaltsführung: Lage der Wohnungen zu berücksichtigen

    [] Die Entscheidung über den Lebensmittelpunkt erfordert eine Würdigung aller Umstände des Einzelfalls, die sich aus einer Zusammenschau mehrerer Einzeltatsachen ergibt. Dabei kann auch ein Vergleich der Lage der Wohnungen als Indiz bei der Beurteilung des Lebensmittelpunkts von Bedeutung sein. mehr

  • Zugbegleiterin hat keine regelmäßige Arbeitsstätte

    [] Eine Zug-Servicemitarbeiterin, die ihren Dienst täglich am selben Bahnhof beginnt und beendet, hat dort dennoch keine regelmäßige Arbeitsstätte: Ihre Haupttätigkeit erbringt sie im Zug, sagt das FG Rheinland-Pfalz. mehr

  • Werbungskosten: Wann sind Fahrten "typischerweise arbeitstäglich"?

    [] Vor dem BFH ist ein Verfahren anhängig, in dem es im Zusammenhang mit Werbungskosten um die Frage geht, was typischerweise arbeitstäglich im Sinne des § 9 Absatz 1 Satz 3 Nr. 4a Satz 3 EStG bedeutet und ob die Vorschrift nur dann anwendbar ist, wenn der Arbeitnehmer an sämtlichen seiner Arbeitstage den vom Arbeitgeber bestimmten Ort aufsuchen soll. mehr

  • Unfallkosten als Werbungskosten geltend machen

    [] Dämmerung, nasses Herbstlaub und in Gedanken noch oder schon im Büro: Ein Unfall ist da schnell passiert. Falls Sie die Kosten nicht vom Arbeitgeber ersetzt bekommen, dürfen Sie in Ihrer Steuererklärung Werbungskosten geltend machen! mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.