Arbeitszimmer an den Arbeitgeber vermieten? So funktionierts!

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Nicht jeder, der zu Hause ein Arbeitszimmer beruflich nutzt, kann die Kosten steuerlich geltend machen. Und dann ist in den meisten Fällen der Werbungskostenabzug auf 1.250,- Euro begrenzt.
Ein beliebter Trick, um die Abzugsbeschränkungen zu umgehen: Das Arbeitszimmer wird an den Arbeitgeber vermietet. Sie müssen dann zwar die Mieteinnahmen versteuern, können aber die Arbeitszimmerkosten in voller Höhe geltend machen. Ein weiterer Vorteil: Für die Mieteinnahmen müssen Sie keine Sozialversicherungsbeiträge zahlen. So hat Ihr Arbeitgeber auch etwas davon.

Aber Vorsicht: Die Finanzämter erkennen das Mietverhältnis nur an, wenn der Arbeitgeber ein betriebliches Interesse daran hat. Indizien für ein betriebliches Interesse sind:

  • Der Arbeitgeber hat auch andere Arbeitszimmer zu gleichen Bedingungen von Personen angemietet, die nicht seine Arbeitnehmer sind.
  • Der Arbeitgeber hat sich vergeblich bemüht, ein Arbeitszimmer anderweitig anzumieten.
  • Zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer wird ausdrücklich und schriftlich vereinbart, wie der Arbeitnehmer das Arbeitszimmer nutzen darf.
  • Dem Arbeitnehmer steht beim Arbeitgeber kein Arbeitsplatz zur Verfügung bzw. es gibt keinen vergleichbaren Raum.

Liegt kein betriebliches Interesse für das Mietverhältnis vor, lehnt das Finanzamt die steuerliche Anerkennung ab. Das bedeutet: Die Mietzahlungen des Arbeitgebers sind beim Arbeitnehmer steuerpflichtiger Arbeitslohn, für den Sie Lohnsteuer und Sozialversicherungsbeiträge zahlen müssen. Darüber hinaus sind die Arbeitszimmerkosten wenn überhaupt nur bis 1.250,- Euro absetzbar (BFH-Urteil vom 16.9.2004, BFH/NV 2005 S. 279).

Unser Steuertipp:

Sie und Ihr Arbeitgeber sollten deshalb darauf achten, dass möglichst viele Indizien für ein betriebliches Interesse des Arbeitgebers am Mietverhältnis sprechen. Denn nur dann können Sie die Arbeitszimmerkosten in voller Höhe geltend machen.




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