Arbeitnehmer verzichtet auf Darlehensforderung gegen Arbeitgeber: Werbungskosten

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Der geschäftsführende Kleingesellschafter hatte seiner GmbH ein Darlehen gewährt, später aber auf die Rückzahlung verzichtet. Unter welchen Voraussetzungen er den Verlust bei den Werbungskosten geltend machen kann, erklärt der BFH.

Der Kläger war als Geschäftsführer an seiner Arbeitgeberin, einer GmbH, mit rund 5% beteiligt. Die GmbH ließ sich von ihren Gesellschaftern im November 2000 für einen beabsichtigten Börsengang Liquiditätshilfedarlehen gewähren. Der Kläger gab seinem Arbeitgeber daraufhin ein Darleen in Höhe von 160.000 DM.

Nachdem der Börsengang gescheitert war und die GmbH Kapital benötigte, forderten die Großgesellschafter, dass die verbliebenen Kleingesellschafter auf ihre Gesellschafterdarlehen verzichteten. Andernfalls drohten Insolvenz und der Verlust von Arbeitsplätzen, erklärten sie.

Der Kläger verzichtete daraufhin im März 2001 auf seine Darlehensrückzahlungsansprüche. Im Rahmen der Einkommensteuerveranlagung machte er den Darlehensverlust als Werbungskosten geltend. Zur Begründung gab er an, den Verzicht zur Rettung seines Arbeitsplatzes erklärt zu haben.

FG und BFH waren zwar beide der Auffassung, das Darlehen sei dem Gesellschafterverhältnis zuzuordnen und daher nicht als Werbungskosten abzugsfähig. Während das FG dies auch für den verzicht auf die Rückzahlung annahm, vertritt der BFH hier eine andere Meinung: Es sei möglich, dass der Kläger den Verzicht tatsächlich zur Rettung seines Arbeitsplatzes erklärt habe. Dann handelt es sich nicht mehr um Gründe, die im Gesellschaftsverhältnis liegen, sondern um Gründe aus dem Arbeitsverhältnis. Unter diesen Umständen gehört der Verzicht steuerlich zu den Werbungskosten – vorausgesetzt, die Darlehensforderung ist überhaupt noch werthaltig.

Die Richter des BFH verwiesen den Fall daher zurück an das Finanzgericht und erklärten, es liege nahe, dass das FG im sich jetzt anschließenden zweiten Rechtsgang zu dieser Würdigung komme (BFH, Urteil vom 25.11.2010, Az. VI R 34/08).

Ist das der Fall, muss außerdem geprüft werden, welchen Wert die Darlehensforderung des Klägers im Zeitpunkt des Verzichts noch hatte. Denn nur in dieser Höhe sind ihm dann Aufwendungen entstanden, die er als Werbungskosten abziehen kann.

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