Angestellter mit selbstständiger Nebentätigkeit: Aufteilung der Aufwendungen

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Wer nebeneinander Einkünfte als Angestellter und als Selbstständiger erzielt, muss die Aufwendungen in Werbungskosten und Betriebsausgaben aufteilen, entschied der BFH.

Frage: Ein Jurist ist sowohl selbstständiger Rechtsanwalt als auch angestellter Assessor. Wie teilt er Aufwendungen für Fachliteratur, Fortbildungen etc. auf?

Antwort: Die Ausgaben sind den jeweiligen Einkunftsarten zuzuordnen. Wenn eine Zuordnung nicht eindeutig möglich ist oder die Ausgaben für beide Einkunftsarten angefallen sind, muss der Steuerpflichtige den Aufteilungsmaßstab schätzen. Das ist z.B. der Fall bei Fachliteratur, die einmal angeschafft und für beide Tätigkeiten genutzt wird.

Fazit: Selbst wenn keine oder nur geringe Werbungskosten angefallen sind, hat der Steuerpflichtige Anspruch auf Ansatz des ungekürzten Arbeitnehmer-Pauschbetrages. Bei einem zwingenden gesetzlichen Pauschbetrag, so das Gericht, verbieten sich Überlegungen, ob im Einzelfall die Besteuerung vereinfacht wird oder nicht.

Aber: Der Steuerpflichtige kann keine beliebige Bestimmung treffen und so neben dem Arbeitnehmer-Pauschbetrag sämtliche nachgewiesenen Aufwendungen als Betriebsausgaben geltend machen (BFH, Urteil vom 10.6.2008, Az. VIII R 76/05).

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