10 Jahre in Eigenregie renoviert: Werbungskosten nicht anerkannt

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Wird ein leerstehendes Mietobjekt zehn Jahre lang in Eigenregie renoviert, geht das Finanzamt davon aus, dass keine Einkunftserzielungsabsicht besteht. Werbungskosten werden dann nicht anerkannt.

Ein Ehepaar erwarb ein Gebäude, das es anschließend zehn Jahre lang in Eigenregie renovierte. Die Aufwendungen dafür wollten die Eheleute als Werbungskosten bei Einkünften aus Vermietung und Verpachtung geltend machen. Das Finanzamt erkannte die Kosten nicht an - und bekam jetzt vom Niedersächsischen Finanzgericht Recht.

Den Vermietern fehle es an Zielstrebigkeit, meinten die Richter und ließen auch das Argument des Ehepaars nicht gelten, durch die Eigenarbeit seien Einsparungen von 240.000 Euro entstanden. Das Ehepaar hatte die Auffassung vertreten, aufgrund der hohen Einsparungen habe es sich nicht gelohnt, durch die Beauftragung von Handwerkern eine schnellere Vermietbarkeit zu erreichen.

Die Richter wiesen das Ehepaar darauf hin, dass Aufwendungen für ein leerstehendes Mietobjekt nur dann als vorab entstandene Werbungskosten abgezogen werden können, wenn der Vermieter aus der Wohnung oder dem Haus Einkünfte nach § 21 Abs. 1 Nr. 1 EStG erzielen will und diese Entscheidung später nicht wieder aufgibt. Diese sogenannte Einkunftserzielungsabsicht muss anhand ernsthafter und nachhaltiger Vermietungsbemühungen objektiv nachgewiesen werden können. Entsprechende Bemühungen konnte das Gericht im vorliegenden Fall nicht erkennen. Spätestens nach dem Ablauf von vier Jahren liege keine Einkunftserzielungsabsicht mehr vor.

Fazit: Das Ehepaar konnte die Renovierungskosten nicht als Werbungskosten bei Einkünften aus Vermietung und Verpachtung geltend machen (Niedersächsisches FG, Urteil vom 6.5.2010, Az. 11 K 12069/08).

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