Unfallkosten als Werbungskosten geltend machen

Unfallkosten als Werbungskosten geltend machen

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Dämmerung, nasses Herbstlaub und in Gedanken noch oder schon im Büro: Ein Unfall ist da schnell passiert. Falls Sie die Kosten nicht vom Arbeitgeber ersetzt bekommen, dürfen Sie in Ihrer Steuererklärung Werbungskosten geltend machen!

Als Werbungskosten absetzbar sind alle Aufwendungen, die Ihnen im Zusammenhang mit einem Unfall auf beruflicher Fahrt entstehen und nicht von dritter Seite erstattet werden. Die Kosten werden nicht etwa anteilig gekürzt, weil der Wagen auch privat genutzt wird. Andererseits dürfen Unfallschäden nicht teilweise mit dem beruflichen Nutzungsanteil geltend gemacht werden, wenn sie auf einer privaten Fahrt eintreten.

Wann Sie Unfallkosten steuerlich geltend machen müssen

Unfallbedingte Ausgaben müssen Sie immer in dem Jahr in Ihrer Einkommensteuererklärung angeben, in dem Sie diese bezahlt haben. Das kann das Unfalljahr sein, es kann aber auch das folgende Jahr sein. Das gilt auch, wenn Sie zur Bezahlung einen Kredit aufnehmen. Hingegen muss eine Absetzung für außergewöhnliche Abnutzung (AfaA) unbedingt im Unfalljahr abgesetzt werden!

Beherzigen Sie dies, wenn eine Reparatur Ihres Unfallfahrzeugs

  • nicht durchgeführt wird, weil sich die Reparatur nicht mehr lohnt (Totalschaden),

  • nicht im Unfalljahr, sondern erst im folgenden Jahr durchgeführt wird,

  • nicht durchgeführt wird, weil der Schaden nur gering ist (Bagatellschaden).

Nachweis von Kosten und Unfallhergang

Wenn Sie Unfallkosten als Werbungskosten geltend machen, fügen Sie auf einem Zusatzblatt zur Steuererklärung eine Unfallschilderung bei. Ferner müssen Sie dem Finanzamt nachweisen,

  • dass Sie tatsächlich einen Unfall erlitten haben,

  • dass sich dieser Unfall auf einer beruflichen Fahrt ereignet hat und

  • wie hoch die Unfallkosten sind.

Der Nachweis, dass tatsächlich ein Unfall vorliegt, lässt sich relativ einfach belegen anhand objektiver Beweismittel wie Fotos, Sachverständigen-Gutachten, polizeilicher Unfallbericht, Unfallschilderung gegenüber der Versicherung, Benennung von Zeugen zum Unfallhergang, -zeitpunkt und -ort sowie durch Rechnungen und Quittungen.

Schwieriger ist der Nachweis, dass sich der Unfall auf einer beruflichen Fahrt ereignet hat. Hilfreiche Indizien hierfür sind Ort und Uhrzeit des Unfalls, die sich aus dem polizeilichen Unfallbericht und aus Zeugenaussagen ergeben. Besonders aussagekräftig ist natürlich eine Bescheinigung des Arbeitgebers, aus der der Anlass der Fahrt ersichtlich ist. Lassen Sie sich bescheinigen, dass Sie an jenem Tage gearbeitet haben, dass Sie Ihre Arbeit wegen des Unfalls später oder gar nicht aufgenommen haben, dass Sie wegen des Unfalls den Werks- oder Hausarzt aufsuchen mussten, dass Sie aus betrieblichen oder beruflichen Gründen unterwegs waren, dass der Unfall von der Berufsgenossenschaft als Arbeits- bzw. als Wegeunfall anerkannt wurde u. Ä. Benennen Sie Zeugen, die den beruflichen Anlass der Fahrt bestätigen können. Sind Ihnen derartige Nachweise nicht möglich, hilft nur eins: Bieten Sie dem Finanzbeamten an, eine eidesstattliche Versicherung nach § 95 AO abzugeben, um so die Richtigkeit Ihrer Behauptungen zu untermauern.

Zum Nachweis der Unfallkosten legen Sie die Werkstattrechnung und andere Rechnungen und Quittungen vor. Handelt es sich um einen Totalschaden oder wird der Wagen nicht im Unfalljahr repariert, benötigen Sie zur Ermittlung der Absetzung für außergewöhnliche Abnutzung (AfaA) einen Beleg über die Anschaffungskosten des Autos sowie das Gutachten eines Sachverständigen oder der Werkstatt über den Zeitwert des Fahrzeugs nach dem Unfall. Geben Sie auch an, ob und in welcher Höhe Sie steuerfreie Erstattungsleistungen erhalten haben.

Bemühen Sie sich nicht erst dann um Nachweise zum Unfall, wenn Sie vor Ihrer Steuererklärung sitzen, sondern möglichst unverzüglich nach dem Unfall. Bemühen Sie sich ggf. um ein polizeiliches Protokoll, notieren Sie sich die Namen von Zeugen und halten Sie ggf. deren Aussagen schriftlich fest, bitten Sie den Arbeitgeber um eine Bestätigung und listen Sie alle Aufwendungen zeitnah auf.

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