Keine regelmäßige Arbeitsstätte bei betrieblicher Berufsausbildung?

Keine regelmäßige Arbeitsstätte bei betrieblicher Berufsausbildung?

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Bei einem Ausbildungsdienstverhältnis sind die Fahrten zwischen Wohnung und betrieblicher Ausbildungsstätte nach bisheriger Meinung nur mit der Entfernungspauschale absetzbar. Nun hat ein Finanzgericht an dieser Rechtsauffassung erhebliche Zweifel angemeldet und daher in einem Kindergeldstreit Aussetzung der Vollziehung gewährt.

Das Finanzgericht wendet überraschend die neue Rechtsprechung des BFH, nach der weder eine Hochschule noch eine arbeitgeberfremde Berufsausbildungseinrichtung eine regelmäßige Arbeitsstätte ist, auch auf betriebliche Ausbildungsstätten an. Das hätte zur Folge, dass bei Ausbildungsdienstverhältnissen die Fahrten von der Wohnung zum Ausbildungsbetrieb nicht mit der Entfernungspauschale, sondern mit den tatsächlichen Fahrtkosten bzw. der Reisekostenpauschale absetzbar wären. Begründet hat das Gericht seine Auffassung damit, dass die Tätigkeit in der betrieblichen Ausbildungsstätte genau wie der Besuch einer Hochschule nicht von dauerhafter Natur, sondern nur vorübergehend sei (FG Mecklenburg-Vorpommern vom 19.6.2012, 1 V 30/12 ).

Komplett anderer Meinung ist das Finanzgericht Düsseldorf, das für Fahrten zu einer betrieblichen Ausbildungsstätte nur die Entfernungspauschale gewährt. Die BFH-Rechtsprechung zu arbeitgeberfremden Berufsausbildungseinrichtungen sei auf betriebliche Einrichtungen nicht übertragbar (FG Düsseldorf vom 25.10.2012, 14 K 1173/11 Kg ).

Kein anhängiges BFH-Verfahren

Beide FG-Entscheidungen sind rechtskräftig geworden, sodass kein Verfahren beim BFH anhängig ist. Daher werden sich die Finanzämter vermutlich stur stellen und Auszubildenden nur die Entfernungspauschale zugestehen. Das kann dann günstiger sein, wenn der Lehrling nicht mit dem eigenen Pkw, sondern mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Berufsschule fährt.

Was ist ein Ausbildungsdienstverhältnis?

Ein Ausbildungsdienstverhältnis liegt z.B. bei der dualen Berufsausbildung, einem Referendariat oder beim Dienstverhältnis eines Beamtenanwärters vor.

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