Entfernungspauschale: Nicht immer muss die kürzeste Strecke gewählt werden!

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Manchmal geht es schneller, wenn man mehr Kilometer fährt. Dann darf in Ausnahmefällen die längere Strecke bei den Werbungskosten geltend gemacht werden. Die Voraussetzungen dafür sind jedoch streng, wie ein Urteil des FG Sachsen zeigt.

Geklagt hatte ein Steuerzahler, der auf dem Weg zur Arbeit – sofern er die kürzeste Strecke wählte – einen beschrankten Bahnübergang passieren musste. Da auf dieser Strecke eine mögliche Wartezeit an der Bahnschranke weder vorherzusehen noch sinnvoll einzuplanen war, fuhr einen Umweg, bei dem er zwar mehr Kilometer zurücklegte, aber weniger Zeit brauchte. Bei der Ermittlung der Entfernungspauschale legte er die weitere Strecke ohne Bahnübergang zugrunde.

Das Finanzamt erkannte die Kosten nicht an, und auch die Richter des FG Sachsen ließen sich nicht überzeugen (Sächsisches FG vom 5.11.2012, 6 K 204/12 ). Bei den Werbungskosten wurde daher nur die kürzeste Strecke berücksichtigt.

Wann darf eine längere Strecke geltend gemacht werden?

Wenn eine längere Strecke offensichtlich verkehrsgünstiger ist, dann darf die Entfernungspauschale anhand der längeren Strecke berechnet werden. Dabei gelten allerdings strenge Voraussetzungen:

  • Es muss nachgewiesen werden, dass die weitere, aber verkehrsgünstigere Strecke benutzt wird.

  • Die Fahrzeit muss sich um mindestens 10 % verringern.

→vgl. dazu: BFH-Urteile vom 16.11.2011, VI R 19/11 und VI R 46/10

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