Doppelte Haushaltsführung im Kinderzimmer?

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Einen eigenen Hausstand in einer nicht abgeschlossenen Wohnung im Haus der Eltern und ohne eigene finanzielle Beteiligung akzeptiert das FG Nürnberg nur bei Mitbestimmung. Was meinen die Richter damit?

Ein eigener Erst- oder Haupthausstand kann auch gemeinsam mit den Eltern oder mit einem Elternteil in einer nicht abgeschlossenen Wohnung ohne eigene finanzielle Beteiligung geführt werden. Ist der Arbeitnehmer aber kein wesentlich bestimmender beziehungsweise mitbestimmender Teil des elterlichen Hausstandes und hält sich in dem Haushalt im Wesentlichen nur unterbrochen durch arbeits- und urlaubsbedingten Abwesenheiten auf, ist vom Fehlen eines eigenen Hausstandes auszugehen.

Das hat das FG Nürnberg im Fall eines 1983 geborenen Klägers entschieden, der für die Jahre 2011 und 2012 das Vorliegen einer doppelten Haushaltsführung geltend gemacht hatte.

Der Kläger arbeitete in den Streitjahren als Bauleiter bei einer Firma in München und mietete dort eine Zwei-Zimmer-Wohnung mit einer Wohnfläche von knapp 48 Quadratmetern. Seinen Hauptwohnsitz behielt er nach eigenen Angaben in einer anderen Stadt bei und wohnte dort zusammen mit seinen Eltern im Einfamilienhaus, das seinen Eltern allein gehörte. Eine abgeschlossene Wohnung besaß er dort nicht, sondern nutzte im Erdgeschoss des Einfamilienhauses ein Wohn-/Schlafzimmer (rund 15 Quadratmeter) allein. Die Küche und das Bad wurden von ihm und seinen Eltern gemeinsam genutzt. Einen Mietvertrag mit den Eltern hatte er für das Streitjahr nicht abgeschlossen.

Die Finanzrichter folgerten aus all dem, dass der Kläger in den Streitjahren keinen eigenen Hausstand im Haus der Eltern geführt hat, was eine doppelte Haushaltsführung ausschließt (FG Nürnberg, Urteil vom 18.07.2016, Az. 4 K 323/16).

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