Befristeter Arbeitsvertrag: Reisekosten oder nur Entfernungspauschale?

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Auch bei einem befristeten Arbeitsvertrag können Arbeitnehmer nur die Entfernungspauschale bei den Werbungskosten angeben. Nach Reisekostengrundsätzen darf in diesem Fall nicht abgerechnet werden.

Das entschied der BFH im Fall eines Arbeitnehmers, der in seiner Einkommensteuererklärung für das Streitjahr (2012) u.a. Fahrtkosten in Höhe von 1.320 € als Reisekosten bei Auswärtstätigkeit sowie Verpflegungsmehraufwendungen für 200 Tage mit mindestens acht Stunden Abwesenheit in Höhe von 1.200 € als Werbungskosten bei seinen Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit geltend gemacht hatte. Er gab an, dass er aufgrund seines befristeten Arbeitsvertrags über keine regelmäßige Arbeitsstätte verfüge und somit die Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte nach Reisekostengrundsätzen anzusetzen seien. Das Gleiche gelte für die Verpflegungsmehraufwendungen.

Das Finanzamt berücksichtigte die geltend gemachten Fahrtkosten lediglich mit der Entfernungspauschale und setzte insoweit Werbungskosten in Höhe von 660 € an. Verpflegungsmehraufwendungen berücksichtigte das Finanzamt nicht. In den Erläuterungen des Bescheides vertrat es die Ansicht, dass der Arbeitnehmer über eine regelmäßige Arbeitsstätte verfüge.

Finanzgericht und BFH teilten die Auffassung des Finanzamtes: Der Arbeitnehmer, so die Entscheidung, sei im Streitjahr nicht auswärts, sondern in einer dauerhaften betrieblichen Einrichtung seines Arbeitgebers und damit in einer regelmäßigen Arbeitsstätte tätig gewesen, denn er habe diese Einrichtung während seines Arbeitsverhältnisses nicht nur gelegentlich, sondern mit einer gewissen Nachhaltigkeit, d.h. fortdauernd und immer wieder (dauerhaft) aufgesucht.

Der Umstand, dass die Tätigkeit zunächst auf ein Jahr befristet war und zudem die ersten sechs Monate des Beschäftigungsverhältnisses mit einer Probezeit belegt waren, steht der Dauerhaftigkeit der Zuordnung zu dem Betriebssitz des Arbeitgebers nicht entgegen, so der BFH (BFH-Urteil vom 10.12.2015, VI R 7/15 ).

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