Außendienstler: Betriebssitz des Arbeitgebers ist regelmäßige Arbeitsstätte

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Ein Außendienstmonteur, der an jedem Arbeitstag zunächst den Betriebssitz seines Arbeitgebers aufsucht und von dort aus mit einem Firmenfahrzeug die Einsatzorte anfährt, hat seine regelmäßige Arbeitsstätte am Betriebssitz. Das wirkt sich auf die Höhe der abziehbaren Fahrtkosten aus.

Im dem vom FG Münster entschiedenen Fall war ein Außendienstmonteur arbeitstäglich zunächst mit seinem privaten Pkw zum Betrieb seines Arbeitgebers gefahren. Dort stieg er in einen dienstlichen Pkw um und fuhr zu den einzelnen Einsatzorten. Erst kurz vor Feierabend brachte er das Fahrzeug wieder zum Betriebsgelände zurück.

In seiner Steuererklärung machte er 0,30 € für jeden tatsächlich gefahrenen Kilometer als Werbungskosten geltend. Das Finanzamt erkannte lediglich die Entfernungspauschale in Höhe von 0,30 € pro Entfernungskilometer an. Der Außendienstler trug zur Begründung seiner Klage vor, keine regelmäßige Arbeitsstätte zu haben. Insbesondere könne der Betriebssitz seines Arbeitgebers nicht als regelmäßige Arbeitsstätte angesehen werden, weil der Kläger nur einen geringen Teil seiner täglichen Arbeitszeit dort verbringe.

Die Finanzrichter folgten jedoch der Auffassung des Finanzamtes und erkannten den Werbungskostenabzug lediglich in Höhe der Entfernungspauschale an. Dazu erklärten sie, nach der neueren Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs zur bis einschließlich 2013 geltenden Rechtslage (die für das Streitjahr noch galt) könne ein Arbeitnehmer nur noch eine einzige regelmäßige Arbeitsstätte haben. Hierfür sei entscheidend, wo sich der ortsgebundene Mittelpunkt der beruflichen Tätigkeit des Arbeitnehmers befinde. Bei verschiedenen Tätigkeitsstätten sei maßgeblich, welches konkrete Gewicht den einzelnen Tätigkeiten zukomme. Beim Kläger liege dieser qualitative Mittelpunkt seiner Arbeitstätigkeit zwar nicht am Betriebssitz seines Arbeitgebers, sondern in den einzelnen Einsatzorten. Allerdings könne sich der Kläger genauso wie seine Arbeitskollegen, die Bürotätigkeiten am Betriebssitz errichten, auf die täglichen Fahrten zur Betriebsstätte einrichten und so seine Wegekosten minimieren. Insoweit sei die neuere Rechtsprechung für Fälle wie den Streitfall zu modifizieren. Das FG Münster hat die Revision zum Bundesfinanzhof zugelassen (FG Münster vom 17.2.2016, 11 K 3235/14 ).

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