Fahrtkosten im Praxissemester: Jeder Kilometer zählt

 - 

Muss ein Student zwei Praxissemester in einem Betrieb absolvieren, wird der Betrieb nicht zur regelmäßigen Arbeitsstätte. Das führt dazu, dass höhere Werbungskosten geltend gemacht werden dürfen.

Denn für die Fahrten zur Firma ist dann der tatsächliche Kilometer-Kostensatz oder alternativ die Reisekostenpauschale von 0,30 € pro gefahrenen Kilometer ansetzbar – und nicht nur die Entfernungspauschale (BFH-Urteil vom 16.1.2013, VI R 14/12 ).

Begründung: Die Tätigkeit in dem Unternehmen war Teil einer nur vorübergehenden Bildungsmaßnahme und nicht auf Dauer angelegt. Auch in den Praxissemestern blieb der Student in der Hochschule eingeschrieben, sie blieb Mittelpunkt der Tätigkeit. Hier liegt der Unterschied zur klassischen Lehre, bei der der Ausbildungsbetrieb regelmäßige Arbeitsstätte ist.

In dem konkreten Fall schloss der Student mit dem Unternehmen einen Ausbildungsvertrag für das Studium mit vertiefter Praxis. Die Vergütung lag zwischen 700 € und 800 € brutto im Monat. In dem strittigen Jahr fuhr er an 173 Tagen in die Firma. Für diese Fahrten erkannte der BFH die vollen Kosten an.

Weitere News zum Thema

  • Meisterbonus beeinflusst Werbungskosten nicht

    [] Bayrische Absolventen bekommen einen Bonus in Höhe von 1 000 Euro, wenn sie die Meisterschule erfolgreich beenden. Dabei handelt es sich um einen staatlichen Bonus. Wie dieser steuerlich zu behandeln ist, hat das Bayrische Landesamt für Steuern klargestellt. mehr

  • Verlustnachmeldung auch ohne Steuerbescheid noch möglich

    [] Auf diese Entscheidung des BFH können sich insbesondere diejenigen Steuerpflichtigen berufen, die noch nachträglich für vergangene Jahre ihre Erstausbildungs- bzw. Erststudiumskosten als vorweggenommene Werbungskosten oder Betriebsausgaben ansetzen wollen! mehr

  • Computerzeitschriften: keine Werbungskosten

    [] Ein Netzwerkadministrator machte in seiner Steuererklärung die Ausgaben für verschiedene Computerzeitschriften als Werbungskosten geltend. Das FG Münster erkannte die Aufwendungen jedoch nicht an. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.