Hochschuldozent darf Arbeitszimmer absetzen

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Ein Hochschuldozent aus dem Fachbereich Chemie darf die Kosten für sein häusliches Arbeitszimmer bis 1.250 Euro steuerlich als Werbungskosten geltend machen. Das entschied das FG Rheinland-Pfalz.

Dem Dozent steht im Gebäude des Instituts für Chemie ein Laborraum zur Verfügung, der mit einem Schreibtisch, einem für das Stadtgebiet freigeschalteten Telefonanschluss und einem PC ausgestattet ist. Zuhause nutzt er zusätzlich ein 15qm großes Arbeitszimmer.

Die Kosten für dieses häusliche Arbeitszimmer hatte er in seiner Steuererklärung geltend gemacht. Das Finanzamt erkannte die Aufwendungen nicht an und begründete dies damit, dass der Dozent nicht auf das Arbeitszimmer angewiesen sei, weil ihm der Laborraum an der Hochschule als Arbeitsplatz zugewiesen sei. Nach der Auffassung seines Vorgesetzten sei der Raum auch ausreichend für diesen Zweck ausgestattet und werde geheizt und geputzt.

Das FG Rheinland-Pfalz entschied jedoch, dass die Kosten abgezogen werden dürfen. Die Richter vertraten die Auffassung, dass der Dozent den ihm zugewiesenen Laborraum nicht in dem konkret erforderlichen Umfang und in der konkret erforderlichen Weise nutzen könne und daher auf das häusliche Arbeitszimmer angewiesen sei: In dem zugewiesenen Laborraum befänden sich weder ein Drucker noch ein Scanner noch die erforderliche Fachliteratur, er sei daher für die Tätigkeit des Dozenten als Lehrbeauftragter nicht ausreichend ausgestattet. Die Einschätzung seines Vorgesetzten habe sich nur auf die Labormöglichkeiten bzw. Forschung bezogen.

Ob sich der Dozent in dieser Hinsicht um einen geeigneten Arbeitsplatz bemüht habe, sei steuerlich unbeachtlich, erklärten die Richter. Unabhängig davon sei seine Anfrage beim Dienstvorgesetzten ohnehin ergebnislos verlaufen (FG Rheinland-Pfalz, Urteil vom 7.9.2016, Az. 1 K 2571/14).

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