Häusliches Arbeitszimmer: Betriebsprüfer darf Kosten absetzen

Häusliches Arbeitszimmer: Betriebsprüfer darf Kosten absetzen

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Aufwendungen für das häusliche Arbeitszimmer eines Betriebsprüfers können als Werbungskosten anzuerkennen sein, entschied das FG Düsseldorf. Im konkreten Fall hatte dem Betriebsprüfer in den Räumen des Finanzamts kein Büroarbeitsplatz zur Verfügung gestanden – 30 Schreibtische für 80 Prüfer waren den Richtern zu wenig.

Der Steuerpflichtige könne nicht darauf verwiesen werden, zu verschiedenen Tageszeiten auf der Suche nach einem freien Schreibtisch «sein Glück zu versuchen» oder jeden Morgen mit anderen Prüfern einen Wettkampf um den letzten verfügbaren Arbeitsplatz auszutragen, erklärten die Richter. Dies gelte insbesondere im Hinblick auf die Tatsache, dass üblicherweise an bestimmten Wochentagen vermehrt im Innendienst gearbeitet werde, weil die eigentliche Außenprüfung vor Ort abgeschlossen ist und danach die Berichtsanfertigung ansteht (FG Düsseldorf vom 29.2.2012, 7 K 3963/11 E ).

Kein Arbeitsplatz in den zu prüfenden Betrieben

Zwar liegt der Schwerpunkt der Tätigkeit des Außenprüfers auf der Prüfung vor Ort. Auf die Prüfung muss er sich aber anhand der Steuerakten des jeweiligen Falles vorbereiten. Zudem wird zu jeder Prüfung ein Prüfbericht geschrieben. Für diese vor- und nachbereitenden Arbeiten braucht der Prüfer einen Büroarbeitsplatz – sie können nicht in den Geschäftsräumen der Steuerpflichtigen oder bei deren Steuerberater durchgeführt werden.

In den Räumen des Finanzamts gab es zwar Poolarbeitsplätze für die Betriebsprüfen, allerdings nur 30 Plätze für 80 Prüfer. Zu wenig, um einen Büroarbeitsplatz des klagenden Betriebsprüfers anzunehmen. Erforderlich für einen anderen Arbeitsplatz im Sinne der einschlägigen Vorschrift des Einkommensteuergesetzes sei, erklärten die Richter, dass der Steuerpflichtige jederzeit für die dienstlich erforderlichen Büroarbeiten auf einen für ihn nutzbaren Arbeitsplatz zugreifen kann.

Eine dienstliche Regelung, nach der an bestimmten Tagen die vorhandenen Arbeitsplätze individuell der entsprechenden Anzahl an Prüfern zugeordnet wurde, weil diese nach den Prüfgeschäftsplänen Innendienst zu verrichten hatten, gab es in dem betroffenen Finanzamt nicht.

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