Gemischt genutztes Arbeitszimmer nicht absetzbar

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Wer sein Arbeitszimmer nicht (fast) ausschließlich beruflich nutzt, hat keine Chance auf eine steuerliche Anerkennung von Werbungskosten. In diesem Fall betraf es den Betreiber einer Photovoltaikanlage.

Der Kläger hatte im Streitjahr 2006u.a. Einkünfte aus Gewerbebetrieb aus dem Betrieb einer Photovoltaikanlage erzielt. Im Rahmen seiner Gewinnermittlung machte er Kosten für einen büromäßig ausgestatteten Raum innerhalb seines Einfamilienhauses geltend, in dem er die mit der Photovoltaikanlage zusammenhängenden Büroarbeiten erledigte.

Das Finanzamt erkannte die Kosten für den Arbeitsraum nicht als Betriebsausgaben an. Das Finanzgericht München, das sich mit dem Fall erstinstanzlich beschäftigte, gab dem Kläger immerhin noch teilweise Recht: Da dem Kläger für seine Arbeiten im Rahmen seiner gewerblichen Tätigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung gestanden habe, seien die Aufwendungen für den als Arbeitszimmer zu qualifizierenden Raum dem Grunde nach abziehbar (FG München vom 28.4.2011, 15 K 2575/10 ).

Aber auch die Münchner Richter schränkten die Anerkennung gleich ein: Der Kläger habe den Raum in nicht unwesentlichem Maße auch privat (mit)genutzt, mutmaßlich für die Erledigung privater Korrespondenz, nach eigenen Angaben des Klägers und damit gewiss aber beispielsweise auch, um für seine Schwester eine Photovoltaikanlage zu planen.

Gegen das Urteil legte das Finanzamt Revision ein und erklärte, Aufwendungen für einen gemischt genutzten Wohnraum seien nicht aufteilbar.

Das Verfahren wurde dann ausgesetzt, um die Entscheidung des Großen Senats abzuwarten (mehr dazu hier: Arbeitszimmer – BFH kennt kein Erbarmen).

Nach der Entscheidung des Großen Senats des BFH wurde das Verfahren fortgesetzt, das Urteil des FG München aufgehoben und die Klage abgewiesen. Der BFH entschied: Die Kosten für den Raum, den der Kläger für die Verwaltungsangelegenheiten seines Gewerbebetriebs nutzt, sind nicht als Betriebsausgaben abziehbar, da der Kläger diesen Raum nicht ausschließlich oder nahezu ausschließlich zur Erzielung von Einnahmen genutzt hat (BFH-Urteil vom 17.2.2016, X R 1/13 ).

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