Freikirchlicher Bischof: Häusliches Arbeitszimmer nur begrenzt abziehbar

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Verfügt ein freikirchlicher Bischof über ein häusliches Arbeitszimmer, so kann er Aufwendungen dafür nur bis zur Höhe von 1.250 € von der Steuer absetzen. Das Arbeitszimmer bildet für ihn nicht den Mittelpunkt seiner gesamten beruflichen Tätigkeit, wie das FG Thüringen entschieden hat.

Die Richter erklärten: Ein Bischof der Neuapostolischen Kirche ist vor allem Mittler zwischen den Gläubigen und Gott, er spendet also Sakramente, führt Wassertaufen durch und hält Gottesdienste für Entschlafene. Sonstige administrative und theologische Aufgaben treten dahinter zurück, sodass sein häusliches Arbeitszimmer nicht als Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Betätigung anzuerkennen ist.

Der Bischof hatte mit dem Finanzamt darüber gestritten, ob er für sein Arbeitszimmer anstelle von 1.250 € (die das Finanzamt bereits anerkannt hatte) einen Betrag in Höhe von 1.756 € als Werbungskosten bei seinen Einkünften aus nichtselbstständiger Arbeit beanspruchen kann.

Die Finanzrichter lehnten den unbeschränkten Abzug seiner Aufwendungen für das häusliche Arbeitszimmer ab. Zur Begründung erklärten sie, dass der Kläger in der Neuapostolischen Kirche eine herausgehobene Position bekleide und diese Stelle mit besonderen, ihm allein zugewiesenen sakralen Vollmachten und Verpflichtungen ausgestattet sei. Diese Stellung spiegele sich in seinem Ordinationsgelübde wider: Er sei ein Gesandter Christi und verkünde in seinem Auftrag das Evangelium, vermittele die Sündenvergebung und spende die Sakramente. Für die Neuapostolische Kirche sei das Apostelamt grundlegend.

In diesem Sinne stand zur Überzeugung des Finanzgerichts fest, dass die prägende Tätigkeit des Klägers nach dem Neuapostolischen Selbstverständnis in einer Mittlerstellung zwischen dem Gläubigen und Gott besteht. Neben diesen für die Neuapostolische Kirche sinnstiftenden Tätigkeiten des Klägers träten seine sonstigen Arbeiten, wie administrative beziehungsweise theologische Aufgaben zurück beziehungsweise hätten lediglich dienende Funktion (FG Thüringen vom 26.3.2016, 1 K 371/14 ).

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