Kosten für die Feier eines Dienstjubiläums abziehbar?

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Der BFH entschied: Die Aufwendungen für eine betriebsinterne Feier anlässlich eines Dienstjubiläums können (nahezu) ausschließlich beruflich veranlasst und damit als Werbungskosten zu berücksichtigen sein, wenn der Arbeitnehmer die Gäste nach abstrakten berufsbezogenen Kriterien einlädt.

Geklagt hatte ein Arbeitnehmer, der im Streitjahr (2006) als Beamter beim Finanzamt beschäftigt war. Im April 2006 beging er sein 40-jähriges Dienstjubiläum und lud aus diesem Anlass an einem Montag für die Zeit von 11 Uhr bis 13 Uhr zu einer Feier in den Sozialraum des Finanzamtes ein.

Die Einladung ging per E-Mail an alle Amtsangehörigen sowie an die in dem Amtsgebäude ebenfalls tätigen Bediensteten des Finanzamts für Großbetriebsprüfung. Zur Bewirtung der Gäste bestellte er für 50 Personen Häppchen und kaufte Wein und Sekt ein.

Die ihm durch die Feier entstandenen Kosten in Höhe von insgesamt 834 € machte er in seiner Steuererklärung als Werbungskosten geltend.

Das Finanzamt erkannte die Aufwendungen nicht als Werbungskosten an. Der Einspruch und die Klage vor dem Finanzgericht hatten keinen Erfolg.

Der BFH hatte dann allerdings ein Einsehen mit dem Jubilar: Das Finanzamt habe die geltend gemachten Aufwendungen für die Feier anlässlich des 40-jährigen Dienstjubiläums zu Unrecht nicht als Werbungskosten berücksichtigt, erklärten die Richter.

Nach ihrer Auffassung waren keine Umstände ersichtlich, die für eine private Veranlassung der geltend gemachten Aufwendungen sprachen. Vielmehr sprächen die maßvollen Kosten (ca. 830 € bei 50 Gästen), Veranstaltungsort (Sozialraum des Finanzamts) und -zeit (Montag von 11 Uhr bis 13 Uhr und damit zumindest teilweise während der Dienstzeit) sowie die Genehmigung der Feier durch die Amtsleitung gegen einen privaten Charakter der Feier (BFH-Urteil vom 20.1.2016, VI R 24/15).

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