Kosten für Abschiedsfeier sind Werbungskosten

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Unter welchen Voraussetzungen Kosten für eine Abschiedsfeier, die ein Arbeitnehmer anlässlich eines Arbeitgeberwechsels veranstaltet, steuerlich als Werbungskosten abzugsfähig sein können, erklärt das FG Münster.

Ein Diplom-Ingenieur war mehrere Jahre als leitender Angestellter in einem Unternehmen tätig gewesen. Im Streitjahr wechselte er an eine Fachhochschule und nahm dort eine Lehrtätigkeit auf. Anlässlich seines Arbeitsplatzwechsels lud er Kollegen, Kunden, Lieferanten, Verbands- und Behördenvertreter sowie Experten aus Wissenschaft und Forschung zu einem Abendessen in ein Hotelrestaurant ein. Die Einladungen stimmte er dabei mit seinem bisherigen Arbeitgeber ab. Die Anmeldung für die Feier erfolgte über sein bisheriges Sekretariat.

An der Feier nahmen schließlich etwa 100 Personen teil, die Kosten beliefen sich auf rund 5.000 €. Diese Aufwendungen machte der Ingenieur in seiner Steuererklärung im Bereich der Werbungskosten geltend. Das Finanzamt ging jedoch von einer privaten Feier aus und erkannte die Ausgaben nicht steuermindernd an.

Anders die Richter des FG Münster: Sie ließen den Werbungskostenabzug in vollem Umfang zu. Nach ihrer Auffassung waren die Aufwendungen für die Abschiedsfeier durch die berufliche Tätigkeit des Ingenieurs veranlasst. Der Anlass der Feier, der Arbeitgeberwechsel des Klägers, sei rein beruflicher Natur gewesen. Dafür sprachen nach Ansicht der Richter vor allem zwei Punkte:

  • Sämtliche Gäste hätten aus dem beruflichen Umfeld des scheidenden Mitarbeiters gestammt, private Freunde oder Angehörige habe er nicht eingeladen. Die ganz überwiegende Zahl der Gäste sei auch ohne Ehe- bzw. Lebenspartner eingeladen worden.

  • Zudem habe der Ingenieur seinen bisherigen Arbeitgeber in die Organisation der Feier eingebunden, indem er die Gästeliste mit diesem abgestimmt und sein bisheriges Sekretariat ihn bei der Organisation der Anmeldungen unterstützt habe.

Der Umstand, dass die Feier abends stattgefunden habe, stehe einer beruflichen Veranlassung nicht entgegen, meinten die Richter. Auch die Höhe der Kosten der Feier von rund 50 € pro Person sei unter Berücksichtigung des Verdienstes und der beruflichen Stellung des Ingenieurs nicht so hoch, als dass daraus eine private Veranlassung abgeleitet werden könne (FG Münster vom 29.5.2015, 4 K 3236/12 E ).

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