Fehlgeschlagener Beteiligungserwerb: Werbungskosten

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Wer vergeblich versucht, sich durch die Beteiligung an einer Kapitalgesellschaft einen Vorstandsposten zu sichern, kann die Kosten in der Steuererklärung als vorweggenommene Werbungskosten geltend machen, sagt das FG Köln.

Das letzte Wort wird allerdings der BFH haben, denn dort ist bereits die Revision anhängig.

Darum geht es in dem Fall:

Ein angestellter Jurist zahlte einer GmbH 75.000 € für eine 10 %-Beteiligung an einer noch zu gründenden Aktiengesellschaft (AG). Im Gegenzug sollte er bei der AG eine Vorstandsposition mit einem jährlichen Bruttogehalt in Höhe von 90.000 € erhalten.

Entgegen der Vereinbarung verwendete die GmbH das Geld jedoch zur Begleichung ihrer Schulden und beteiligte weder den Juristen an der AG. Als Vorstand stellte sie ihn auch nicht an.

Da die GmbH den Betrag nicht mehr zurückzahlen konnte, machte der Jurist den Verlust in Höhe von 75.000 € in seiner Steuererklärung als vorweggenommene Werbungskosten geltend. Das Finanzamt erkannte die Kosten nicht an, da es den Verlust nicht der beruflichen, sondern der privaten Vermögensebene zuordnete.

Das FG Köln hingegen erkannte die vergeblichen Aufwendungen des Juristen als vorweggenommene Werbungskosten an. Die Richter sahen einen engen Veranlassungszusammenhang zwischen den Aufwendungen für den fehlgeschlagenen Beteiligungserwerb und den Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit: Dem Juristen sei es im Wesentlichen darum gegangen, eine adäquate nichtselbständige Arbeit zu finden und ein regelmäßiges Gehalt zu generieren. Die geplante Kapitalbeteiligung an der AG trat nach Auffassung des Gerichts dahinter zurück (FG Köln vom 21.10.2015, 14 K 2767/12 ; Az. der Revision VI R 1/16).

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