Ausbildungskosten: So holen Sie das Maximum heraus

Je nachdem, welcher Art eine Bildungsmaßnahme ist und welchem Zweck sie dient, gilt für die Kosten der Sonderausgaben- oder der Werbungskostenabzug.

Lediglich als Sonderausgaben bis zu 6.000,00 € jährlich ansetzbar sind die Kosten für

  • den Besuch allgemein bildender Schulen,

  • eine Bildungsmaßnahme, die zu einem erstmaligen Berufsabschluss führt, sowie

  • ein Erststudium.

Dagegen sind die Kosten für ein Zweitstudium nach einer abgeschlossenen Ausbildung oder nach einem bereits absolvierten Studium sowie die Aufwendungen einer berufsbedingten Fortbildung in voller Höhe als Werbungskosten abzugsfähig.

Werbungskosten oder Sonderausgaben? Die Frage, wie die Kosten für Erststudium und Erstausbildung ansetzbar sind, ist noch nicht endgültig entschieden. Nach positiven BFH-Urteilen hat der Gesetzgeber im Jahr 2011 beschlossen: Aufwendungen für das Erststudium oder die Erstausbildung sind nicht mehr als Werbungskosten abziehbar – und das sogar rückwirkend ab 2004. Allerdings ist die Auseinandersetzung noch nicht zu Ende: Denn in mehreren Verfahren muss der BFH entscheiden, ob diese Gesetzesänderung verfassungsgemäß ist oder ob die Kosten von Erststudium und Erstausbildung nicht doch als Werbungskosten abziehbar sein müssen.

Um das Maximum für sich herauszuholen, sollten Sie bereits während Ihrer Ausbildung handeln. Dazu lohnt es sich, beides im Auge zu behalten: Einerseits den Abzug von Fortbildungskosten als Werbungskosten, andererseits den Ansatz von Ausbildungskosten als Sonderausgaben.

Ausführliche Informationen zum Werbungskostenabzug finden Sie in dem Beitrag Fort- und Weiterbildung: Möglichst viele Kosten absetzen .

Zu den abziehbaren Aufwendungen gehören zum Beispiel Lehrgangs-, Schul- oder Studiengebühren, Arbeitsmittel, Fachliteratur sowie Fahrten zwischen Wohnung und Ausbildungsort. Die einzelnen Aufwendungen finden Sie übersichtlich in einem ABC der Berufsausbildungskosten – von Auslandssemester und Auslandspraktika bis Unfallkosten.

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Inhaltsverzeichnis des Beitrags

  • 1. Den Aufwand richtig einordnen
    • 1.1 Kernfrage: Erstausbildungskosten oder Fortbildungskosten?
    • 1.2 Erstmalige Berufsausbildung/Erststudium
      • 1.2.1 Ab 2015: Die Gesetzgebung hat den Begriff erstmals definiert
      • 1.2.2 Bis 2014: Wie wurden Ausbildungskosten bisher behandelt?
    • 1.3 Fortbildungskosten
      • 1.3.1 Studium nach vorheriger Berufsausbildung: Werbungskosten
      • 1.3.2 Zweitstudium, Referendariat, Berufsakademie: Werbungskosten
    • 1.4 Weitere Ausbildungen
      • 1.4.1 Der Besuch allgemeinbildender Schulen
      • 1.4.2 Die Ausbildung im Ausland
  • 2. Wenn zwei sich streiten, freut sich der Steuerpflichtige?!
    • 2.1 Anhängige Gerichtsverfahren
    • 2.2 Kostenabzug: Was Sie in Erstausbildung tun können
      • 2.2.1 Steuererklärungen abgeben
      • 2.2.2 Verlustvorträge beantragen
      • 2.2.3 Kostenabzug abgelehnt? So können Sie vorgehen
  • 3. Abziehbare Kosten
    • 3.1 Wann Sie Ihre Ausbildungskosten geltend machen können
    • 3.2 Welche Kosten Sie geltend machen können
      • 3.2.1 Höchstbetrag
      • 3.2.2 Wie Sie die staatliche Förderung Ihrer Ausbildung berücksichtigen
      • 3.2.3 ABC der Berufsausbildungskosten