Zuschläge für Nachtarbeit auch bei mündlichem Arbeitsvertrag steuerfrei

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Das geht aus einer Entscheidung des FG Münster hervor. Geklagt hatte ein typischer Nachtarbeiter: Ein Bäckereibesitzer. Seine Gesellen hatten nur mündlich geschlossene Arbeitsverträge.

Der Fall: Der Bäckereibesitzer beschäftige zwei Gesellen. Die Arbeitsverträge waren nur mündlich geschlossen worden. Gebacken wurde ausschließlich nachts. Neben dem Grundlohn zahlte der Bäcker seinen Gesellen monatlich einen pauschalen Zuschlag für Nachtarbeit. Auf der Gehaltsabrechnung wurde dieser Zuschlag jeweils gesondert ausgewiesen.

Trotzdem vertrat bei einer Lohnsteuerprüfung der Prüfer die Auffassung: Für diese Zuschläge muss Lohnsteuer abgeführt werden.

Nein, meinten dagegen die Richter. Denn: Die Zuschläge wurden hier zusätzlich zum Grundlohn vereinbart. Aufgrund von Arbeitszeitkonten konnte auch nachgewiesen werden, dass tatsächlich nachts gearbeitet wurde.

Zwar waren die Zuschläge hier pauschal festgelegt und nicht anhand der tatsächlichen Nachtarbeitsstunden berechnet worden. Wäre dies jedoch geschehen, dann hätten die Gesellen Anspruch auf einen noch höheren Zuschlag gehabt. Letztendlich ist der Fiskus also bei der vom Bäckermeister gewählten Methode gut weggekommen (GH Münster, Urteil vom 13.3.2008, Az. 3 K 4804/05 L; Az. der Revision: VI R 16/08).


Hintergrund:

Zuschläge für tatsächlich geleistete Sonntags-, Feiertags- oder Nachtarbeit sind steuerfrei. Voraussetzung: Sie werden aufgrund einer gesonderten arbeitsvertraglichen Vereinbarung neben dem Grundlohn gezahlt und übersteigen nicht einen bestimmten Prozentsatz des Grundlohns.

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