Wechsel zur privaten Krankenversicherung soll erleichtert werden

 - 

Früher war ein Wechsel in eine private Krankenversicherung (PKV) viel leichter. Doch die frühere Gesundheitsministerin Ulla Schmidt hob die Hürden vor drei Jahren deutlich an. Ab 2011 soll der ursprüngliche Zustand wiederhergestellt werden.

Mit den von Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler für 2011 angekündigten Maßnahmen wird die gesetzliche Krankenversicherung für Millionen Bundesbürger spürbar teurer. Kein Wunder, dass viele Arbeitnehmer wieder verstärkt ihr Augenmerk auf die Angebote der privaten Krankenversicherer (PKV) richten. Die dort angebotenen Leistungen zu individuellen risikogerechten Beiträgen erscheinen ihnen attraktiv.

Doch ein Wechsel zur PKV war in den letzten Jahren nicht mehr so einfach. Arbeitnehmer können seit einigen Jahren nur dann dorthin wechseln, wenn ihr Einkommen drei Jahre lang über der Versicherungspflichtgrenze lag (2010: 49.950 Euro). Außerdem muss das Entgelt auch noch im darauf folgenden, vierten Jahr vorausschauend geschätzt über der jeweiligen Grenze liegen. Die Große Koalition hatte es 2007 unter Ulla Schmidt so gewollt. Man wollte durch diese Restriktionen die Abwanderung von Besserverdienern in die PKV stoppen. Entsprechend klagten die Privatversicherer in den letzten Jahren über rückläufige Zahlen bei den Abschlüssen mit Vollversicherungen.

Nun scheint Abhilfe in Sicht: Für Arbeitnehmer soll der Wechsel in eine private Krankenversicherung leichter werden. In Zukunft soll die Frist wieder auf ein Jahr verkürzt werden. So plant es das FDP-geführte Bundesgesundheitsministerium. Damit setzt es eine Ankündigung aus dem Koalitionsvertrag vom Herbst 2009 um. Mit der nur in einem Jahr erforderlichen Überschreitung der Entgeltgrenze wird der Wechsel für gesetzlich krankenversicherte Arbeitnehmer zur privaten Krankenversicherung künftig schon nach einem Jahr möglich sein.

Das Gesundheitssystem soll außerdem durchlässiger werden. Wer bereits beim Berufseinstieg mehr als 49.950 Euro im Jahr verdient, soll sofort die Wahl zwischen privater Krankenversicherung und GKV haben. Die Wartefrist von einem Jahr gilt dann nicht. Bei einer PKV-Vollversicherung besteht dann die Möglichkeit, eine Befreiung von der gesetzlichen Krankenversicherungspflicht zu bekommen.

Weitere News zum Thema

  • Wenn das Finanzamt ehrliche Angaben von Arbeitnehmern ignoriert...

    [] Ein Finanzamt übernahm die elektronisch übermittelten Lohndaten eines Arbeitnehmers, der aber einen anderen Arbeitslohn in seiner Steuererklärung erklärt hatte. Wenn das dem Finanzamt später irgendwann auffällt, ist es zu spät: Ändern nicht mehr möglich, sagt der BFH. mehr

  • Wenn Kollegenstreit auf dem Weg zur Arbeit eskaliert

    [] Stellen Sie sich vor, Sie fahren mit einem Kollegen gemeinsam zur Arbeit. Dann gibt es Streit. Und es wird handgreiflich. Klar: Das wird Ihnen so hoffentlich wohl niemals passieren. Doch wenn sich so etwas ereignen sollte: Bei Verletzungsfolgen kann ggf. die Berufsgenossenschaft eintreten. Das entschied das Landessozialgericht Baden-Württemberg am 22.11.2017 (Az. L 1 U 1277/17). mehr

  • Besteuerung von Aufstockungsbeträgen zum Transferkurzarbeitergeld

    [] Erhält ein Arbeitnehmer von einer Transfergesellschaft, in der er nach Beendigung seines bisherigen Arbeitsverhältnisses übergangsweise beschäftigungslos angestellt ist, Aufstockungsbeträge zum Transferkurzarbeitergeld, unterliegen diese Beträge dem ermäßigten Steuertarif. mehr

  • Wenn der Arbeitgeber Zuschläge falsch einordnet

    [] Bekommen Sie Zuschläge für Sonntagsarbeit, Feiertagsarbeit oder Nachtarbeit? Dann sollten Sie wissen, dass deren Steuerfreiheit nicht von der entsprechenden Einordnung des Arbeitgebers abhängig ist! mehr

  • Fahrtenbuch: Ordnung muss sein!

    [] Dass ein Fahrtenbuch steuerlich nur dann anerkannt wird, wenn es fortlaufend und zeitnah geführt wird, ist scheinbar noch immer nicht jedem bekannt. Anders lässt sich der folgende Fall kaum erklären. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.