Unentgeltliche Verpflegung für Bordpersonal eines Flusskreuzfahrtschiffes: Arbeitslohn?

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Der Vorteil aus einer unentgeltlichen Verpflegung durch den Arbeitgeber unterliegt bei Bordpersonal von Flusskreuzfahrtschiffen nicht der Lohnsteuer. Das gilt allerdings nur, wenn die Verpflegung an Bord wegen der besonderen betrieblichen Abläufe im überwiegenden Interesse des Arbeitgebers liegt.

Der Fall: Die Klägerin führte mit gemieteten Schiffen grenzüberschreitende Flusskreuzfahrten durch. Dabei stellte sie auf den Schiffen das gesamte technische und überwiegend auch nichttechnische Personal. Die Mitarbeiter erhielten während der Kreuzfahrten freie Unterkunft und Verpflegung. Das Finanzamt sah in der kostenlosen Gemeinschaftsverpflegung einen geldwerten Vorteil und wollte dafür Lohnsteuer haben.

Das Urteil: Der BFH bestätigte zwar grundsätzlich, dass die unentgeltliche Zuwendung von Mahlzeiten durch den Arbeitgeber in der Regel Arbeitslohn darstellt. Wegen der besonderen betrieblichen Abläufe an Bord eines Flusskreuzfahrtschiffes könne es sich jedoch im Streitfall bei der unentgeltlichen Gemeinschaftsverpflegung der Besatzungsmitglieder ausnahmsweise auch um eine von der Arbeitsleistung losgelöste betriebliche Maßnahme des Arbeitgebers handeln - und die ist steuerfrei. Allerdings muss dies wiederum von der Vorinstanz, dem Finanzgericht, geprüft werden.

Sollte das Finanzgericht erneut zu der Auffassung kommen, dass es sich um Arbeitslohn handelt, müssen die Richter des FG weiter berücksichtigen, dass der betreffende Arbeitslohn gemäß § 3 Nr. 16 EStG nur insoweit steuerbar ist, als der Vorteil aus der unentgeltlichen Verpflegung die steuerlichen Pauschbeträge für Verpflegungsmehraufwendungen überschreitet. Darüber hinaus hat das Finanzgericht zu prüfen, ob auf die Gemeinschaftsverpflegung der Rabattfreibetrag (§ 8 Abs. 3 EStG) Anwendung findet. Ein Belegschaftsrabatt käme hier in Betracht, wenn Passagiere und Besatzungsmitglieder aus derselben Küche verpflegt worden sind (BFH, Urteil vom 21.1.2010, Az. VI R 51/08).

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