Trinkgeld aus Spielbanktronc ist steuerpflichtig

 - 

Trinkgeld setzt eine Beziehung zwischen Geber und Empfänger voraus. Die ist bei einem Spielbanktronc nicht gegeben, meint der BFH. Folge: Die Empfänger müssen das Geld versteuern.

Der Fall: Ein Spielbank-Angestellter erhielt neben seinem Festgehalt auf Grundlage des Tarifvertrags einen Anteil am Troncaufkommen in Höhe von rund 18.200 Euro. Er betrachtete die Zahlung als Trinkgeld, das er nicht zu versteuern brauchte.

Das Urteil: Der BFH sieht hier in der (anteiligen) Auszahlung des Troncaufkommens keine "trinkgeldtypische persönliche Beziehung zwischen Arbeitnehmer und Spielbankbesucher". Denn das Spielbankengesetz des betroffenen Bundeslandes verbot die Annahme von Trinkgeldern. Spielbankbesucher konnten jedoch Trinkgelder in Form von Jetons in zu diesem Zweck aufgestellte Behälter geben. Die Jetons mussten unmittelbar an den Arbeitgeber weitergeleitet werden.

Damit, so die Richter, fehlte die Voraussetzung des § 3 Nr. 51 EStG: Die Trinkgelder wurden nicht "vom Dritten“ an den Arbeitnehmer gegeben. Das ausbezahlte Geld kam vom Arbeitgeber und ist daher steuerpflichtig (BFH, Urteil vom 18.12.2008, Az. VI R 49/06).

Weitere News zum Thema

  • Kreative Ideen für begünstigten Arbeitslohn

    [] Als Arbeitgeber haben Sie viele Möglichkeiten, Ihren Mitarbeitern lohnsteuerfreien oder pauschal versteuerten Arbeitslohn zu zahlen: von Aufmerksamkeiten über Jobticket bis hin zu Warengutscheinen. Zu einigen Möglichkeiten gibt es interessante Neuigkeiten, über die wir Sie informieren möchten. mehr

  • Für den Arbeitgeber im Ausland: Welches Steuerrecht gilt?

    [] Die Antwort hängt natürlich von vielen Faktoren ab und kann daher unterschiedlich ausfallen. Wir zeigen Ihnen heute den Fall eines Arbeitnehmers, der bei einem in Deutschland ansässigen Unternehmen angestellt war und im Streitjahr gut drei Monate in Großbritannien für ein dort ansässiges Unternehmen tätig wurde, das zum selben Konzern gehörte. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.