Subunternehmer oder Angestellter?

 - 

Wenn Sie Verträge mit Subunternehmern geschlossen haben, sollten Sie genau nachprüfen, ob es sich vielleicht doch um einen Arbeitnehmer handelt! Sonst kann es teuer werden.

Der Inhaber eines Baggerbetriebs hatte einen Mitarbeiter auf der Grundlage eines so genannten "Subunternehmervertrags" beschäftigt. Nach einer Betriebsprüfung stufte der Rentenversicherungsträger diesen Vertrag jedoch als abhängiges und damit sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis ein. Konsequenz: Er forderte von dem Arbeitgeber Gesamtsozialversicherungsbeiträge nebst Säumniszuschlägen und Umlagebeiträgen - insgesamt etwa 10.000 Euro.

Wie kam der Betriebsprüfer auf diese Summe? Für die Betriebsprüfung hatte er die Rechnungen des vermeintlichen Subunternehmers zur Verfügung gestellt bekommen. Er legte die dort aufgeführten Zahlungsbeträge als Nettoentgelt zu Grunde und errechnete hieraus die jeweiligen Bruttobeträge.

Der Arbeitgeber räumte zwar ein, dass die Einstufung des Mitarbeiters als Arbeitnehmer wohl zu Recht erfolgt sei. Es habe sich aber nicht um ein illegales Beschäftigungsverhältnis gehandelt. Denn er - der Arbeitgeber -  sei von einem Subunternehmensvertrag ausgegangen und habe den Vertrag auch entsprechend durchgeführt.

Seine Klage hatte jedoch keinen Erfolg. Die Richter erklärten: Eine illegale Beschäftigung im Sinne des § 14 Abs. 2 Satz 2 SGB IV liegt bereits dann vor, wenn gegen für das Beschäftigungsverhältnis geltende gesetzliche Vorschriften verstoßen wird. So genügt es zum Beispiel, wenn der Arbeitgeber seine Meldepflicht oder seine Pflicht zur Abführung der Gesamtsozialversicherungsbeiträge nicht erfüllt. Es ist unerheblich, ob den Beteiligten dabei überhaupt bewusst ist, dass ein abhängiges Beschäftigungsverhältnis vorgelegen hat (LSG Rheinland-Pfalz, Urteil vom 29.7.2009, Az. L 6 R 105/09).

Fazit
Selbst wenn den Beteiligten weder Vorsatz noch Fahrlässigkeit vorzuwerfen ist, kann ein illegales Beschäftigungsverhältnis vorliegen.

Weitere News zum Thema

  • Bereitschaftsdienst: Steuerliche Behandlung von Zuzahlungen

    [] Werden Bereitschaftsdienste pauschal zusätzlich zum Grundlohn vergütet ohne Rücksicht darauf, ob die Tätigkeit an einem Samstag oder einem Sonntag erbracht wird, handelt es sich nicht um steuerfreie Zuschläge für Sonntags-, Feiertags- oder Nachtarbeit. Das hat der BFH entschieden. mehr

  • Sachbezüge: Versandkosten gehören zur Freigrenze

    [] Wenn ein Sachbezug über 44 Euro liegt, muss der Arbeitgeber darauf Lohnsteuer abführen. Was viele nicht wissen: Versand- und Verpackungskosten werden in die monatliche Freigrenze von 44 Euro mit eingerechnet! mehr

  • Sachbezugswerte für Verpflegung ab 2017

    [] Stellt der Arbeitgeber Ihnen kostenlos oder verbilligt Verpflegung zur Verfügung, sind das sogenannte Sachbezüge. Den Wert dieser Sachbezüge müssen Sie als geldwerten Vorteil versteuern. mehr

  • Kreative Ideen für begünstigten Arbeitslohn

    [] Als Arbeitgeber haben Sie viele Möglichkeiten, Ihren Mitarbeitern lohnsteuerfreien oder pauschal versteuerten Arbeitslohn zu zahlen: von Aufmerksamkeiten über Jobticket bis hin zu Warengutscheinen. Zu einigen Möglichkeiten gibt es interessante Neuigkeiten, über die wir Sie informieren möchten. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.