Steuerliche Behandlung von Rabatten und Preisnachlässen

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Wie werden Rabatte und Preisnachlässe steuerlich behandelt, die Sie als Arbeitnehmer nicht von Ihrem Arbeitgeber, sondern von einem anderen Unternehmen erhalten haben? Dazu haben sich jetzt die Finanzbehörden geäußert.

Grundsätzlich gilt: Preisvorteile, die Ihnen von dritter Seite eingeräumt werden, können Arbeitslohn darstellen und müssen dann versteuert werden. Voraussetzung dafür ist, dass die Preisvorteile im Zusammenhang mit Ihrer Arbeit gewährt wurden und sich – so die Finanzverwaltung – für den Arbeitnehmer als Frucht seiner Arbeit für den Arbeitgeber darstellen (Gleich lautende Erlasse der obersten Finanzbehörden der Länder vom 20.1.2015 , Az. IV C 5 - S-2360 / 12 / 10002).

Wird der Preisnachlass vor allem aus einem eigenen wirtschaftlichen Interesse des Dritten von diesem gewährt, liegt normalerweise kein Arbeitslohn vor. Auch wenn es sich um einen Nachlass handelt, der auch anderen üblicherweise eingeräumt wird, entsteht kein steuerpflichtiger Arbeitslohn. Das ist zum Beispiel bei Mengenrabatten der Fall.

Diese Grundsätze präzisiert die Finanzverwaltung nun in einem aktuellen Schreiben.

Es spricht dafür, dass Preisvorteile zum Arbeitslohn gehören, wenn der Arbeitgeber an der Verschaffung dieser Preisvorteile aktiv mitgewirkt hat. Eine aktive Mitwirkung des Arbeitgebers in diesem Sinne liegt vor, wenn

  • aus dem Handeln des Arbeitgebers ein Anspruch des Arbeitnehmers auf den Preisvorteil entstanden ist oder

  • der Arbeitgeber für den Dritten Verpflichtungen übernommen hat, z.B. Inkassotätigkeit oder Haftung.

Einer aktiven Mitwirkung des Arbeitgebers in diesem Sinne steht gleich, wenn

  • zwischen dem Arbeitgeber und dem Dritten eine enge wirtschaftliche oder tatsächliche Verflechtung oder enge Beziehung sonstiger Art besteht, z.B. Organschaftsverhältnis, oder

  • dem Arbeitnehmer Preisvorteile von einem Unternehmen eingeräumt werden, dessen Arbeitnehmer ihrerseits Preisvorteile vom Arbeitgeber erhalten.

Eine aktive Mitwirkung des Arbeitgebers an der Verschaffung von Preisvorteilen ist dagegen nicht anzunehmen, wenn sich seine Beteiligung darauf beschränkt:

  • Angebote Dritter in seinem Betrieb z.B. am schwarzen Brett, im betriebseigenen Intranet oder in einem Personalhandbuch bekannt zu machen oder

  • Angebote Dritter an die Arbeitnehmer seines Betriebs und eventuell damit verbundene Störungen des Betriebsablaufs zu dulden oder

  • die Betriebszugehörigkeit der Arbeitnehmer zu bescheinigen oder

  • Räumlichkeiten für Treffen der Arbeitnehmer mit Ansprechpartnern des Dritten zur Verfügung zu stellen.

An einer Mitwirkung des Arbeitgebers fehlt es auch dann, wenn bei der Verschaffung von Preisvorteilen allein eine vom Arbeitgeber unabhängige Selbsthilfeeinrichtung der Arbeitnehmer mitwirkt.

In diesen Fällen entsteht durch die Rabattgewährung kein Arbeitslohn – also auch keine Steuerpflicht.

Wenn Ihnen Betriebsrat oder Personalrat einen Rabatt verschaffen

Die Mitwirkung des Betriebsrats oder Personalrats an der Verschaffung von Preisvorteilen durch Dritte ist für die steuerliche Beurteilung dieser Vorteile dem Arbeitgeber nicht zuzurechnen und führt allein nicht zur Annahme von Arbeitslohn.

Wenn Sie einen Rabatt sowohl Ihrem Arbeitgeber als auch dem Betriebs- oder Personalrat zu verdanken haben, kann allerdings doch Arbeitslohn vorliegen: Die Mitwirkung von Betriebs- oder Personalrat schließt die Zurechnung von Preisvorteilen zum Arbeitslohn nicht aus, stellt die Finanzverwaltung klar.

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