Spedition: Übernahme von Bußgeld für Lkw-Fahrer ist steuerpflichtiger Arbeitslohn

 - 

Übernimmt der Arbeitgeber Bußgelder, die wegen Lenkzeitüberschreitung gegen seine Fahrer festgesetzt worden sind, so handelt es sich dabei um steuerpflichtigen Arbeitslohn.

Eine Spedition übernahm die Zahlung von Bußgeldern, die gegen ihre Lkw-Fahrer wegen Überschreitung von Lenkzeiten und Nichteinhaltung von Ruhezeiten festgesetzt worden waren. Der Arbeitgeber war der Meinung, es handle sich dabei um eine Zahlung im eigenbetrieblichen Interesse und führte daher weder Lohnsteuer noch Sozialversicherungsbeiträge ab. Denn im Betrieb habe man die Entscheidung getroffen, terminliche Verpflichtungen gegenüber Kunden zur Not auch auf Kosten von Vorschriften über Lenk- und Ruhezeiten einzuhalten.

Gefährdung der Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer

Das Finanzgericht sah das anders (FG Köln vom 22.9.2011, 3 K 955/10, EFG 2012 S. 518): Die Spedition könne sich nicht darauf berufen, dass die Fahrer im betrieblichen Interesse gehandelt hätten. Vielmehr müsse das Unternehmen seine Abläufe so organisieren, dass gesetzliche Bestimmungen eingehalten werden könnten. Bei der Nichtbeachtung von Lenk- und Ruhezeiten liege, anders als bei einem Verstoß gegen ein Parkverbot, ein erheblicher Verstoß gegen die Straßenverkehrsordnung vor, durch den die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer gefährdet werde.

Die Übernahme des Bußgelds durch den Arbeitgeber stellt also steuerpflichtigen Arbeitslohn dar, der entsprechend den individuellen Lohnsteuerabzugsmerkmalen des Arbeitnehmers zu versteuern ist.

Weitere News zum Thema

  • Steuerliche Behandlung von Dienst(Elektro-)Fahrrädern

    [] Wer vom Arbeitgeber ein Fahrrad oder E-Bike überlassen bekommt, das auch privat benutzt werden darf, muss einen geldwerten Vorteil versteuern. Die Finanzministerien der Länder haben sich dazu geäußert, was dabei zu beachten ist. mehr

  • Rabatte beim Pkw-Kauf sind kein steuerpflichtiger Arbeitslohn

    [] Wenn ein Autohersteller den Arbeitnehmern eines verbundenen Unternehmens dieselben Rabatte beim Autokauf gewährt, wie sie seine eigenen Mitarbeitern im Rahmen des Werksangehörigenprogramms erhalten, dann handelt es sich dabei nicht um steuerpflichtigen Arbeitslohn. mehr

  • Aufgepasst bei Arbeitsverhältnissen zwischen Ehegatten

    [] Auch Arbeitnehmer können andere Personen als Mitarbeiter anstellen, damit sie sie bei ihren Aufgaben unterstützen. Bei einem solchen Unterarbeitsverhältnis können Sie die Lohnkosten Ihrer Mitarbeiter als Werbungskosten abziehen. Allerdings schaut das Finanzamt genau hin, wenn Sie Familienangehörige als Mitarbeiter beschäftigen. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.

Frohe Ostern!

Bis Ostermontag 20% auf alles in unserem Onlineshop

Geben Sie einfach nachfolgenden Code bei Ihrer Bestellung ein:

OSTERN-2019

Jetzt sparen
Dieses Angebot ist nicht mit anderen Rabatten kombinierbar.