Privat Krankenversicherte: Beitragsbescheinigung gilt auch für die Gehaltsabrechnung der Folgejahre

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Beim Lohnsteuerabzug durch den Arbeitgeber werden die abzugsfähigen Vorsorgeaufwendungen pauschal durch die Vorsorgepauschale berücksichtigt. Da bei privat Krankenversicherten eine pauschale Ermittlung der Beiträge zur Basiskranken- und Pflege-Pflichtversicherung nicht möglich ist, berücksichtigt der Arbeitgeber in jedem Fall eine Mindestvorsorgepauschale von bis zu jährlich 1.900 bzw. 3.000 Euro in Steuerklasse III.

Sind Ihre Beiträge höher, können Sie dem Arbeitgeber eine Beitragsbescheinigung des Krankenversicherers über die Höhe Ihrer begünstigten Beiträge zur Basisabsicherung vorlegen. Diese muss der Arbeitgeber beim Lohnsteuerabzug berücksichtigen. Einbezogen werden können

  • Beiträge für die eigene private Basiskranken- und Pflege-Pflichtversicherung einschließlich entsprechender Beiträge
  • für den mitversicherten Ehepartner (oder eingetragenen Lebenspartner)
  • und für mitversicherte Kinder, für die ein Anspruch auf Kindergeld/Kinderfreibetrag besteht.

Über diesen Weg können auch private Krankenkassenbeiträge zur Basisabsicherung eines selbst versicherten Ehepartners berücksichtigt werden, wenn dieser keine Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit, selbstständiger Arbeit, Gewerbebetrieb und Land- und Forstwirtschaft erzielt.

Der Arbeitgeber kann die (geänderte) Beitragsbescheinigung entsprechend ihrer zeitlichen Gültigkeit beim Lohnsteuerabzug auch rückwirkend berücksichtigen. Bereits abgerechnete Lohnzahlungszeiträume muss er nachträglich nicht mehr ändern.

Beitragsbescheinigungen über die voraussichtlichen Beiträge des Jahres 2010, die Sie bis 31.03.2011 dem Arbeitgeber vorlegen, gelten für die Jahre 2011, 2012 und 2013 weiter. Sie brauchen dem Arbeitgeber also nicht jedes Jahr eine neue Beitragsbescheinigung vorzulegen. Sie können auch jederzeit eine neue Beitragsbescheinigung über die voraussichtlichen Beiträge für das Jahr 2011 oder über die im Jahr 2010 tatsächlich geleisteten Beiträge zur Basisabsicherung vorlegen, die der Arbeitgeber berücksichtigen muss und auch für die Jahre 2012 und 2013 weitergilt (BMF-Schreiben vom 22.10.2010, BStBl. 2010 I S. 1254).

Übrigens: Wer nicht möchte, dass der Arbeitgeber die Höhe der Krankenkassenbeiträge erfährt, braucht keine Beitragsbescheinigung vorzulegen. Der Arbeitgeber berücksichtigt dann die Mindestvorsorgepauschale. Steuerliche Nachteile entstehen Ihnen dadurch nicht. Ihre tatsächlich gezahlten Beiträge machen Sie im Rahmen der Steuererklärung geltend. Hier ist Voraussetzung für den begünstigten Abzug Ihrer Krankenkassenbeiträge: Sie willigen ein, dass Ihr privater Krankenversicherer die erforderlichen Daten zu den Beiträgen elektronisch an die Finanzverwaltung übermittelt (§ 10 Abs. 2 Satz 3 und Abs. 2a EStG). Dabei spielt es keine Rolle, wie die Beiträge in der Gehaltsabrechnung berücksichtigt wurden.

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