Mitarbeiterbeteiligung fehlgeschlagen: Werbungskosten

 - 

Ein fehlgeschlagenes Mitarbeiteraktienprogramm wird rückgängig gemacht, die Mitarbeiter geben die zuvor vergünstigt erworbenen Aktien an den Arbeitgeber zurück: Hier entstehen den Mitarbeitern Werbungskosten.

Das geht aus einem Urteil des Bundesfinanzhofs hervor (Urteil vom 17.9.2009, Az. VI R 17/08). Die Höhe der Werbungskosten, so das Urteil der Richter, bemisst sich dabei nach dem ursprünglich gewährten geldwerten Vorteil. Zwischenzeitlich eingetretene Wertveränderungen der Aktien sind unbeachtlich.

Folgender Fall liegt dem Urteil zugrunde:

Im Vorfeld des Börsenganges hatte ein Unternehmen geplant, ein Mitarbeiterbeteiligungsprogramm auf Aktienbasis für seine Führungskräfte aufzulegen. Dazu hatte es einen Antrag auf Erteilung einer Anrufungsauskunft gemäß § 42e EStG gestellt, mit der bestätigt werden sollte, dass als Bewertungsgrundlage für die Bewertung der im Rahmen des Mitarbeiteraktienprogramms ausgegebenen Aktien ausschließlich das Stuttgarter Verfahren anzuwenden sei. Im Laufe des Verfahrens über die Anrufungsauskunft modifizierte das Unternehmen das Mitarbeiteraktienprogramm dahingehend, dass die den Mitarbeitern gewährten Aktien zurückzuübertragen seien, wenn die beantragte Anrufungsauskunft nicht bis zu einem bestimmten Datum vorliege.

Nach der Rückübertragung stritten sich Unternehmen und Finanzamt darüber, ob der "geldwerte Nachteil" der Mitarbeiter anhand des Börsenkurs für Privatanleger am Tag der Börseneinführung oder anhand des höheren Kurses am Tag der Rückübertragung zu berechnen sei.

Weitere News zum Thema

  • Bereitschaftsdienst: Steuerliche Behandlung von Zuzahlungen

    [] Werden Bereitschaftsdienste pauschal zusätzlich zum Grundlohn vergütet ohne Rücksicht darauf, ob die Tätigkeit an einem Samstag oder einem Sonntag erbracht wird, handelt es sich nicht um steuerfreie Zuschläge für Sonntags-, Feiertags- oder Nachtarbeit. Das hat der BFH entschieden. mehr

  • BFH: Zuzahlungen zum Firmenwagen mindern geldwerten Vorteil

    [] Auf diese Entscheidung haben Firmenwagen-Nutzer lange gewartet: Der BFH erklärt, dass Nutzungsentgelte und andere Zuzahlungen für die außerdienstliche Nutzung eines Firmenwagens den geldwerten Vorteil mindern – und damit auch die Steuern. mehr

  • Sachbezüge: Versandkosten gehören zur Freigrenze

    [] Wenn ein Sachbezug über 44 Euro liegt, muss der Arbeitgeber darauf Lohnsteuer abführen. Was viele nicht wissen: Versand- und Verpackungskosten werden in die monatliche Freigrenze von 44 Euro mit eingerechnet! mehr

  • Sachbezugswerte für Verpflegung ab 2017

    [] Stellt der Arbeitgeber Ihnen kostenlos oder verbilligt Verpflegung zur Verfügung, sind das sogenannte Sachbezüge. Den Wert dieser Sachbezüge müssen Sie als geldwerten Vorteil versteuern. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.