Minijob: das ändert sich ab 2013

 - 

2013 wird der er 400-Euro-Job zum 450-Euro-Job. Die weitreichendste Änderung gibt es bei der Rentenversicherung, denn künftig wird das bisher wenig praktizierte Aufstocken zum Normalfall.

Bisher zahlt der Arbeitgeber eines Minijobbers pauschal 15 % Rentenversicherungsbeitrag für seinen Angestellten. Möchte der Minijobber voll in der gesetzlichen Rentenversicherung versichert sein, kann er den Betrag bis zum normalen Beitrag aufstocken.

Ab 2013 wird das Verfahren umgedreht. Der Arbeitsgeber zahlt weiterhin 15 % Beitrag für den Minijobber, dieser muss jetzt jedoch aufstocken und weitere 3,9 % aus eigener Tasche drauflegen, da der Rentenversicherungsbeitrag zum 1.1.2013 auf 18,9 % gesunken ist (2012: 19,6 %). Der Minijobber kann sich aber von der Versicherungspflicht in der Rentenversicherung befreien lassen.

Folgende Angaben sind für die Befreiung erforderlich:

  • Vom Arbeitnehmer: Name, Vorname, Rentenversicherungsnummer, Befreiungswunsch, Ort, Datum, Unterschrift

  • Vom Arbeitgeber: Name, Betriebsnummer, Eingangsdatum des Befreiungsantrags, Datum der Wirksamkeit der Befreiung, Ort, Datum, Unterschrift

Für Arbeitgeber: Das Schreiben legen Sie bei Ihren Entgeltunterlagen ab. Es wird nicht an die Minijob-Zentrale weitergeleitet.

Zum 1.1.2013 wurde außerdem die Mindestbeitragsbemessungsgrundlage für die Berechnung der Rentenversicherungsbeiträge auf 175 € erhöht. Das bedeutet, dass bei allen Minijobbern, die weniger als 175 € verdienen, der Rentenversicherungsbeitrag von einem fiktiven Verdienst in Höhe von 175 € berechnet wird.

Übergangsregelungen bei der Rentenversicherungspflicht

Die neue Mindestbeitragsbemessungsgrundlage gilt für alle Minijob-Verträge. Die neuen Vorschriften zur Rentenversicherungspflicht gelten nur für Minijob-Verhältnisse, die ab dem 1.1.2013 abgeschlossen werden. Für bereits bestehende Minijobverhältnisse gibt es Übergangsregelungen:

Ein in 2012 sozialversicherungspflichtiger Mitarbeiter, der zwischen 400 und 450 € verdient hat und 2013 damit zum Minijobber wird, bleibt 2013 auch dann rentenversicherungspflichtig, wenn er maximal 450 € monatlich verdient. Die Versicherungspflicht gilt bis Ende 2014. Der Minijobber darf aber einen Befreiungsantrag stellen.

Wer bisher nicht rentenversicherungspflichtig war, weil die (alte) Einkommensgrenze von 400 € eingehalten wurde, bleibt versicherungsfrei, darf aber – wie bisher auch – freiwillig aufstocken.

Weitere News zum Thema

  • Kreative Ideen für begünstigten Arbeitslohn

    [] Als Arbeitgeber haben Sie viele Möglichkeiten, Ihren Mitarbeitern lohnsteuerfreien oder pauschal versteuerten Arbeitslohn zu zahlen: von Aufmerksamkeiten über Jobticket bis hin zu Warengutscheinen. Zu einigen Möglichkeiten gibt es interessante Neuigkeiten, über die wir Sie informieren möchten. mehr

  • Für den Arbeitgeber im Ausland: Welches Steuerrecht gilt?

    [] Die Antwort hängt natürlich von vielen Faktoren ab und kann daher unterschiedlich ausfallen. Wir zeigen Ihnen heute den Fall eines Arbeitnehmers, der bei einem in Deutschland ansässigen Unternehmen angestellt war und im Streitjahr gut drei Monate in Großbritannien für ein dort ansässiges Unternehmen tätig wurde, das zum selben Konzern gehörte. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.