Kreative Ideen für begünstigten Arbeitslohn

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Als Arbeitgeber haben Sie viele Möglichkeiten, Ihren Mitarbeitern lohnsteuerfreien oder pauschal versteuerten Arbeitslohn zu zahlen: von Aufmerksamkeiten über Jobticket bis hin zu Warengutscheinen. Zu einigen Möglichkeiten gibt es interessante Neuigkeiten, über die wir Sie informieren möchten.

Gesundheitsleistungen

Wenn Sie Ihren Arbeitnehmern die Kosten für die Teilnahme an gesundheitsfördernden Maßnahmen ersetzen, ist diese Leistung bis zu einem Freibetrag von 500,00 im Jahr steuerfrei.

Hierbei kann es sich beispielsweise um Angebote zur Rückenschule während der Arbeitszeit bis hin zu Zuschüssen zu externen Kursen wie Anti-Stress-Kurse handeln. Allerdings müssen die Angebote den Anforderungen der §§ 20, 20 a SGBV entsprechen.

Angebote, die nach einem zum 25.7.2015 eingeführten, für alle Krankenkassen einheitlichen Zertifizierungsverfahren zertifiziert wurden, entsprechen automatisch diesen Anforderungen. Für diese Zertifizierung wurde ein Leitfaden Prävention mit festgelegten Qualitätskriterien erstellt (www.gkv-spitzenverband.de).

Allerdings dürfen die Finanzämter bei der Überprüfung der Steuerfreiheit von Gesundheitsleistungen, die vor dem 25.7.2015 erbracht wurden, die Latte noch nicht so hoch legen. Hier müssen die Qualitätskriterien des Leitfadens noch nicht erfüllt sein und es kann auch keine Zertifizierung des Anbieters erwartet werden. Die Angebote müssen nur den Anforderungen der §§ 20, 20 a SGBV im Hinblick auf Zweckbindung, Qualität und Zielgerichtetheit entsprechen (FG Bremen vom 11.2.2016, 1 K 80/15).

Prepaid-Kreditkarten

Geben Sie an Ihre Arbeitnehmer Prepaid-Kreditkarten aus, können Sie diese je mit monatlich 44,00 aufladen und Ihr Arbeitnehmer kann über diesen Betrag für Einkäufe frei verfügen. Denn es handelt sich hier um einen Sachbezug, bei dem die Freigrenze für Sachbezüge in Höhe von 44,00 pro Monat gilt. Allerdings müssen Sie darauf achten, dass die Kreditkarte nicht für Barabhebungen, Dispo und Überweisungen genutzt werden kann, denn das würde zu steuerpflichtigem Barlohn führen!

Die Gebühren, welche Anbieter solcher Prepaid-Kreditkarten für die Bereitstellung oder das Aufladen der Karten erheben, können Sie als Arbeitgeber getrost übernehmen. Es ist nun geklärt, dass die Freigrenze von 44,00 durch diese Gebühren nicht überschritten wird, da es sich um keinen zusätzlichen geldwerten Vorteil handelt!

Dies geht hervor aus den Mitteilungen zum Lohnsteuer-Arbeitgeberrecht Nr. 3/2015 vom 23.12.2015 der Thüringer Landesfinanzdirektion.

Und eine ganz andere Idee: eine Werbefläche am Pkw des Mitarbeiters mieten!

Hier handelt es sich nicht um Arbeitslohn, sondern um sonstige Einkünfte aus der Vermietung beweglicher Gegenstände (§ 22 Abs. 3 EStG). Und die bleiben bis zu einer bestimmten Höhe ganz steuerfrei

Mieten Sie Fläche am Privat-Pkw Ihrer Mitarbeiter, an der Sie dann Werbung für Ihr Unternehmen anbringen. Der Mietvertrag sollte auf unbestimmte Zeit geschlossen werden und eine erste Kündigungsmöglichkeit nach einem Jahr einräumen. Kündigungsfristen sollten mit einem Monat zum Ende des nächsten Monats festgelegt werden. Im Mietvertrag werden außerdem Ort und Größe der Werbefläche vereinbart.

Bei einem monatlichen Mietpreis von 21,30 bleibt Ihr Mitarbeiter, falls er nicht noch andere sonstige Einkünfte hat, unter der jährlichen Freigrenze für die sonstigen Einkünfte in Höhe von 256,00 (§ 22 Nr. 3 EStG). Somit ist das jährliche Entgelt von 255,60 für die Nutzung der Fläche an seinem Pkw für ihn steuer- und sozialversicherungsfrei.

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