Kleinbus: Auch bei Umbau zum Lkw Steuer auf private Nutzung fällig

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Überlässt ein Arbeitgeber seinem Arbeitnehmer einen Kleinbus, muss der Arbeitnehmer Lohnsteuer auf den Gegenwert der Nutzung zahlen. Das gilt auch dann, wenn der Arbeitgeber alle Sitze bis auf den Fahrersitz ausbaut, damit der Arbeitnehmer Material transportieren kann.

Der Fall: Ein Angestellter fuhr morgens auf verschiedene Baustellen und verlegte dort Heizungsrohre. Damit er das Material morgens nicht erst auf dem Firmengelände abholen und einladen musste, überließ der Arbeitgeber ihm einen Kleinbus, in dem alle Sitze bis auf den Fahrersitz ausgebaut waren, damit die Heizungsrohre hineinpassten. Mit dem Fahrzeug fuhr der Arbeitnehmer nach eigener Aussage ausschließlich zu Einsatzorten bzw. zum Betrieb.

Das Finanzamt unterstellte, dass er den Kleinbus nicht nur für berufliche, sondern auch für private Fahrten nutzte und setzte Lohnsteuer auf den geldwerten Vorteil der Privatnutzung fest. Dagegen klagte der Arbeitnehmer. Der Kleinbus sei als Lkw zu beurteilen. Bei Lkws dürfe das Finanzamt laut BFH-Rechtsprechung nicht von einer Privatnutzung ausgehen.

Das Finanzgericht Berlin-Brandenburg gab dem Finanzamt recht. Es beurteilte den Kleinbus nicht als Lkw, sondern als Pkw. Die Begründung: Der Kleinbus, ein VW Caravelle, sei so konstruiert, dass sich die ausgebauten Sitze in Sekundenschnelle wieder einbauen ließen. Außerdem seien keine Merkmale eines Lkws zu erkennen, wie zum Beispiel eine Verblechung der hinteren Seitenfenster, eine Trennwand zwischen Lade- und Führerraum oder eine verstärkte Ladefläche (FG Berlin-Brandenburg, Urteil vom13.11.2007, Az. 11 K 2182/04).

Steuertipp
Sorgen Sie in einem vergleichbaren Fall dafür, dass das Fahrzeug möglichst viele Merkmale eines Lkw aufweist. Auch fest eingebaute Regale oder Schränke für Werkzeug und anderes Material im Laderaum sprechen dafür, dass ein Fahrzeug ausschließlich beruflich genutzt wird.

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