Jahreswagen: Steuerprämie vom Bundesfinanzhof

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Werksangehörige von Automobilunternehmen müssen künftig auf den Preisvorteil beim Kauf eines Neuwagens weniger Steuern bezahlen. Denn der Bundesfinanzhof hat entschieden, dass die Finanzämter den Kauf dieser sogenannten Jahreswagen zu hoch besteuern (BFH-Urteil vom 17.6.2009, VI R 18/07, DStR 2009 S. 1803).

Ausgangspunkt für die Ermittlung des steuerpflichtigen Preisvorteils ist der Endpreis (§ 8 Abs. 3 EStG). Das ist der Preis, zu dem die Ware dem Endverbraucher angeboten wird. In einigen Branchen ist der tatsächliche Verkaufspreis allerdings wesentlich niedriger als die unverbindliche Preisempfehlung.

Nach Auffassung der Finanzverwaltung ist deshalb beim Kauf sogenannter Jahreswagen von Werksangehörigen der Listenpreis maßgebend, vermindert um die Hälfte des durchschnittlichen Preisnachlasses der letzten drei Monate (BMF-Schreiben vom 30.1.1996, BStBl. 1996 I S. 114).

Das sieht der Bundesfinanzhof erfreulicherweise anders: Ist schon ohne Preis- und Vertragsverhandlungen der angebotene Preis am Markt geringer als die unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers, ist der Marktpreis maßgebend. Die Richter berücksichtigen also den vollen Preisnachlass.

Beispiel:
In dem entschiedenen Fall erhielt der Werksangehörige den Pkw zum Kaufpreis von 15.032,35 Euro. Der Listenpreis für das Fahrzeug betrug 17.916,99 Euro. Eine Anfrage des zuständigen Finanzgerichts bei einem Autohaus ergab, dass bereits ohne Preis- und Vertragsverhandlungen ein Preisnachlass in Höhe von 8% gewährt wurde.

  Finanzverwaltung Bundesfinanzhof
Unverbindliche Preisempfehlung

€ 17.916,99

€ 17.916,99

./. Händlerabschlag (4%/8%)

€ 716,68

€ 1.433,36

     
Hauspreis Händler

€ 17.200,31

€ 16.483,63

./. 4% Bewertungsabschlag

€ 688,01

€ 659,34

     
Endpreis (=Vergleichspreis)

€ 16.512,30

€ 15.824,29

./. Kaufpreis ohne Nebenkosten

€ 15.032,35

€ 15.032,35

     
geldwerter Vorteil

€ 1.479,95

€ 791,94

./. Rabattfreibetrag

€ 1.080,00

€ 1.080,00

     
steuerpflichtiger Arbeitslohn

€ 395,00

€ 0,00

Steuertipp
Wurde bei Ihnen vom Arbeitgeber ein zu hoher geldwerter Vorteil versteuert, sollten Sie Ihren Bruttoarbeitslohn in der Steuererklärung unter Hinweis auf das aktuelle BFH-Urteil entsprechend zu Ihren Gunsten korrigieren. Erläutern Sie auf einem Beiblatt zur Steuererklärung Ihre Abweichung.

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