Incentive-Reisen: Aufteilung in beruflichen und privaten Teil jetzt möglich

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Selbstständige bekommen manchmal von Auftraggebern, Geschäftspartnern oder Kunden Einladungen zu Reisen, denen sie sich nur schwer oder gar nicht entziehen können. Da es um Geschäftsbeziehungen geht, kann von Urlaubsatmosphäre keine Rede sein. Umso ärgerlicher, wenn aufgrund einer Betriebsprüfung oder Kontrollmitteilung Jahre später das Finanzamt auf die Idee kommt, den Wert dieser angeblichen »Incentive-Reise« als Betriebseinnahme zu versteuern.

In einem sensationellen Urteil hat der BFH jetzt entschieden: Entgegen dem bisherigen Alles-oder-nichts-Prinzip dürfen solche Reisen zeitanteilig auf beruflich / privat aufgeteilt werden.

Im Urteil ging es um die Behandlung der Kosten bei Arbeitnehmern - also darum, ob steuerpflichtiger Arbeitslohn vorliegt oder nicht. Wir sind aber der Meinung, dass das Urteil auch auf Incentive-Reisen für Selbstständige anwendbar ist.

Das heißt: Es liegen nicht ausschließlich Betriebseinnahmen vor, die Sie versteuern müssen. Schließlich geht es bei der Reise hauptsächlich um Geschäftliches - Fachvorträge, Seminare, Betriebsbesichtigungen usw. Dabei handelt es sich nicht um Zuwendungen, die zu steuerpflichtigen Betriebseinnahmen führen. Anders sieht es beim Rahmenprogramm aus: Stadtführung, Theaterbesuche und ähnliches führen zu steuerpflichtigen Einnahmen. Kosten für Beförderung, Hotel und Verpflegung werden aufgeteilt. Waren beispielsweise zwei Drittel der Veranstaltungen geschäftlicher Art (und führten nicht zu steuerpflichtigen Einnahmen), so sind auch von diesen Kosten zwei Drittel nicht steuerpflichtig (BFH-Urteil vom 18.8.2005, Az. VI R 32/03, BStBl. 2006 II S. 30).

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