Grenzgänger-Einnahmen: Umrechung in Euro nur nach dem Referenzkurs

 - 

Die Einnahmen eines Grenzgängers in ein "Nicht-Euro-Land" sind nach dem Referenzkurs der Europäischen Zentralbank in Euro umzurechnen.

Ein in Deutschland wohnhaftes und in der Schweiz arbeitendes Grenzgänger-Ehepaar wehrte sich gegen den Ansatz eines - ihrer Meinung nach überhöhten - durchschnittlichen Wechselkurses zur Ermittlung der Einnahmen aus nichtselbständiger Arbeit und beantragte den Ansatz eines niedrigeren selbst ermittelten Umrechnungskurses. Das Finanzgericht Baden-Württemberg akzeptierte das nicht.

Nach Auffassung des FG muss die Umrechnung mit dem Referenzkurs der Europäischen Zentralbank erfolgen. Bei Überweisung der Gehaltszahlungen auf ein Bankkonto in der Schweiz erfolgt zunächst keine Umrechnung der Einnahmen in Euro. Da aber für die Besteuerung im Inland ein Euro-Betrag benötigt wird, muss eine Umrechnung vorgenommen werden. Diese Umrechnung hat letztlich den Charakter einer Schätzung. Der Ansatz von Sortenkursen, wie vom Steuerpflichtigen beantragt, ist nicht zulässig, weil darin Entgelte des jeweiligen Kreditinstituts enthalten sind. Der EZB-Referenzkurs kommt dagegen nach Ansicht des FG den tatsächlichen Verhältnissen sehr nahe. Das wurde auch durch verschiedene im Rahmen des Verfahrens vorgenommene Vergleichsberechnungen bestätigt (FG Baden-Württemberg, Urteil vom 11.12.2007, Az. 11 K 549/04).

Achtung! Laut FG ist eine Umrechnung mit dem amtlichen Umsatzsteuerumrechnungskurs ebenfalls zulässig. Betroffene sollten deshalb bei ihrem Finanzamt jeweils den Ansatz der für sie günstigeren Alternative beantragen.

Weitere News zum Thema

  • Wenn das Finanzamt ehrliche Angaben von Arbeitnehmern ignoriert...

    [] Ein Finanzamt übernahm die elektronisch übermittelten Lohndaten eines Arbeitnehmers, der aber einen anderen Arbeitslohn in seiner Steuererklärung erklärt hatte. Wenn das dem Finanzamt später irgendwann auffällt, ist es zu spät: Ändern nicht mehr möglich, sagt der BFH. mehr

  • Wenn Kollegenstreit auf dem Weg zur Arbeit eskaliert

    [] Stellen Sie sich vor, Sie fahren mit einem Kollegen gemeinsam zur Arbeit. Dann gibt es Streit. Und es wird handgreiflich. Klar: Das wird Ihnen so hoffentlich wohl niemals passieren. Doch wenn sich so etwas ereignen sollte: Bei Verletzungsfolgen kann ggf. die Berufsgenossenschaft eintreten. Das entschied das Landessozialgericht Baden-Württemberg am 22.11.2017 (Az. L 1 U 1277/17). mehr

  • Besteuerung von Aufstockungsbeträgen zum Transferkurzarbeitergeld

    [] Erhält ein Arbeitnehmer von einer Transfergesellschaft, in der er nach Beendigung seines bisherigen Arbeitsverhältnisses übergangsweise beschäftigungslos angestellt ist, Aufstockungsbeträge zum Transferkurzarbeitergeld, unterliegen diese Beträge dem ermäßigten Steuertarif. mehr

  • Wenn der Arbeitgeber Zuschläge falsch einordnet

    [] Bekommen Sie Zuschläge für Sonntagsarbeit, Feiertagsarbeit oder Nachtarbeit? Dann sollten Sie wissen, dass deren Steuerfreiheit nicht von der entsprechenden Einordnung des Arbeitgebers abhängig ist! mehr

  • Fahrtenbuch: Ordnung muss sein!

    [] Dass ein Fahrtenbuch steuerlich nur dann anerkannt wird, wenn es fortlaufend und zeitnah geführt wird, ist scheinbar noch immer nicht jedem bekannt. Anders lässt sich der folgende Fall kaum erklären. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.