Fluglotsen: Regenerationskuren zählen anteilig zum Arbeitslohn

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Übernimmt ein Flugsicherungsunternehmen für die bei ihm angestellten Fluglotsen regelmäßig die Kosten einer Regenerationskur, darf das Finanzamt auf die Hälfte der Kurkosten Lohnsteuer erheben. Dieses Urteil des Finanzgerichts Schleswig-Holstein ist auf andere Berufe mit besonders hohem Stresspotential übertragbar.

Fluglotsen haben einen der stressigsten Berufe. Damit sie über viele Jahre Spitzenleistungen bringen können, werden sie von ihren Arbeitgebern in regelmäßigen Abständen zur Regenerationskur geschickt. Dort stehen Fitnesstraning, Massagen und Entspannung auf dem Programm. Konzentration und körperliche Leistungsfähigkeit sollen so gefördert werden. Die Fluglotsen haben nicht nur Anspruch auf die Teilnahme, sondern sind arbeitsvertraglich dazu verpflichtet.

Aus diesem Grund ging ein Flugsicherungsunternehmen davon aus, dass es die Kurkosten der Kur im eigenen betrieblichen Interesse zahlen würde und es sich damit nicht um Arbeitslohn handele.

Der Fiskus war anderer Meinung. Zwar fördere die Kur auch die berufliche Leistungsfähigkeit der Fluglotsen, aber die dort angebotenen gesundheitsfördernden Maßnahmen würden keine typischen Berufsleiden kurieren, sondern eher an einen Aktivurlaub erinnern.

Das Finanzgericht Schleswig-Holstein fällte in diesem Streit ein salomonisches Urteil: Die Übernahme der Kosten sei anteilig als Arbeitslohn zu werten. Es schätzte, dass das Privatvergnügen des Arbeitnehmers und das betriebliche Interesse des Arbeitgebers "in etwa gleich groß" gewesen seien. Daher dürfte das Finanzamt auf die Hälfte der Kurkosten Lohnsteuer erheben (FG Schleswig-Holstein, Urteil vom 10.7.2007, Az. 5 K 369/02). 

Das Finanzamt war mit der Entscheidung nicht einverstanden und hat unter dem Aktenzeichen VI R 7/08 Revision eingelegt.

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