"Faktischer Geschäftsführer": Vorsicht bei Zuschlägen!

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Sonntags-, Feiertags- und Nachtzuschläge führen auch beim faktischen Geschäftsführer zu verdeckten Gewinnausschüttungen, entschied das FG Münster. Aber wie wird man zum faktischen Geschäftsführer?

Gesamterscheinungsbild – Einfluss – Vergütung: Das waren für das FG Münster die ausschlaggebenden Punkte für die Annahme, dass der Gesellschafter einer GmbH als faktischer Geschäftsführer anzusehen war. Und da für diese die gleichen Regeln gelten wie für nominelle Geschäftsführer, sind Sonntags- Feiertags- und Nachtzuschläge (SFN-Zuschläge) steuerlich als verdeckte Gewinnausschüttungen zu behandeln (FG Münster vom 27.1.2016, 10 K 1167/13 ).

Der Streit betraf eine GmbH, die eine Diskothek betreibt. Die alleinige nominelle Geschäftsführerin war deutlich über 70 Jahre alt. Der Gesellschafterbestand setzte sich aus ihr und ihrem ca. 40 Jahre alten Sohn zusammen, der bei der GmbH angestellt war. Sein Gehalt (einschließlich Tantiemen) entsprach der Höhe nach in etwa demjenigen der Geschäftsführerin. Da er häufig während der Nachtveranstaltungen tätig war, zahlte die Klägerin ihm SFN-Zuschläge, die sie als steuerfrei behandelte. Solche Zuschläge erhielten auch die anderen Arbeitnehmer der GmbH, mit Ausnahme der Geschäftsführerin.

Das Finanzamt behandelte die SFN-Zuschläge als verdeckte Gewinnausschüttungen und wurde in dieser Meinung von den Richtern des FG Münster bestätigt.

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