Fahrtkostenzuschuss des Arbeitgebers verliert an Reiz

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Ab dem 1.1.2007 können Arbeitnehmer die Entfernungspauschale für Fahrten von der Wohnung zur Arbeitsstätte erst ab dem 21. Kilometer steuerlich geltend machen. Erhält ein Arbeitnehmer für diese Fahrten von seinem Arbeitgeber einen Fahrtkostenzuschuss, bedeutet dies: Bis zum 20. Entfernungskilometer ist der Zuschuss sowohl steuer- als auch sozialversicherungspflichtiger Arbeitslohn, wenn das Gehalt unterhalb der Beitragsbemessungsgrenze der Sozialversicherung liegt. Die günstige pauschale Besteuerung mit 15% ist ab Januar 2007 erst ab dem 21. Entfernungskilometer zulässig. Besonders nachteilig wirkt sich die neue gesetzliche Regelung bei einer Entfernung von bis zu 20 Kilometern aus.

BEISPIEL:

Der Arbeitsort von Werner Kurz liegt 18 Kilometer von seiner Wohnung entfernt. Das monatliche Bruttogehalt von Herrn Kurz beträgt € 2.800,- (ohne Fahrtkostenzuschuss).

Im Januar 2007 fährt Herr Kurz an 21 Tagen mit seinem privaten Pkw zur Arbeit und erhält von seinem Arbeitgeber einen Fahrtkostenzuschuss in Höhe von € 113,40 (21 Tage x 18 Km x € 0,30). Ab 2007 ist der Zuschuss nicht nur lohnsteuer-, sondern auch sozialversicherungspflichtig. Denn das Gehalt von Herrn Kurz liegt unterhalb der Beitragsbemessungsgrenze der Renten- und Arbeitslosenversicherung (€ 5.250) sowie der Kranken- und Pflegeversicherung (€ 3.562,50).

Erhöhung Bruttogehalt:

 € 113,40

Lohnsteuer (Steuersatz: 30%):

 - € 34,02

RV (19,9%, davon die Hälfte):

 - € 11,28

AV (4,2%, davon die Hälfte):

 - € 2,38

KV (13,8%, davon die Hälfte):

 - € 7,82

Sonderbeitrag KV (0,9%):

 - € 1,02

PV (1,7%, mit Kind; davon die Hälfte):

 - € 0,96

Gesamtabzug vom Bruttogehalt:

 € 57,48

Verbleibender Nettozuschuss:

 € 55,92

Bis Ende 2006 kann der Zuschuss in Höhe von € 113,40 pauschal mit 15% versteuert und sozialversicherungsfrei gewährt werden. Die Kürzung der Entfernungspauschale ab 2007 führt somit zu einer monatlichen Mehrbelastung von € 57,48 für Herrn Kurz. Sein Arbeitgeber zahlt nicht mehr die pauschale Lohnsteuer von 15%, sondern den Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung.

Steuertipp

Anstelle eines direkten Zuschusses kann der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer einen Benzingutschein im Wert von bis zu € 44 im Monat aushändigen. Denn Sachbezüge bis zur Freigrenze von € 44 pro Monat bleiben lohnsteuer- und sozialversicherungsfrei. Dabei ist zu beachten: Der €-Betrag darf auf dem Gutschein nicht ausgewiesen werden.

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