Fahrtenbuch: Großzügiges Urteil aus Berlin-Brandenburg

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Bei Fahrtenbüchern sind Finanzämter und Finanzgerichte normalerweise extrem pingelig. Das FG Berlin-Brandenburg ist jetzt in Spendierlaune und urteilt sehr Steuerzahler-freundlich.

Im entschiedenen Fall hatte das Finanzamt zunächst Mängel am Fahrtenbuch eines Geschäftsführers festgestellt. Dieser erstellte daraufhin unter Zuhilfenahme seines Terminkalenders eine Excel-Datei, die er dem Prüfer vorlegte. Der Prüfer wiederum erkannte die Excel-Datei nicht an. Dies steht im Einklang mit der Rechtsprechung: Excel-Dateien können leicht manipuliert werden und werden daher nicht als Fahrtenbuch anerkannt.

Die Richter jedoch stellten sich auf die Seite des Geschäftsführers und erkannten den Nachweis als Ergänzung des Fahrtenbuchs an. Das Fahrtenbuch selbst hatte nämlich den Vorschriften entsprochen: Es war zeitnah handschriftlich geführt worden, wies keine Lücken auf, lag in gebundener Form vor, und die Kilometerstände stimmten mit den in der Excel-Liste genannten Kilometerangaben überein.

Das Urteil lautete daher: Wird für ein handschriftlich, zeitnah und geschlossen geführtes Fahrtenbuch nachträglich ein Computerausdruck gefertigt, ohne dass Manipulationsmöglichkeiten hinsichtlich der gefahrenen Kilometer bzw. maßgebliche Einschränkungen bei der Überprüfbarkeit der Angaben bestehen, kann mit dem Fahrtenbuch der private Nutzungsanteil eines betrieblichen Fahrzeugs zu Recht nachgewiesen werden.

Die Richter wiesen allerdings ausdrücklich darauf hin, dass die Angaben in der Excel-Datei nur im Zusammenhang mit dem zeitnah und vollständig geführten Fahrtenbuch verwendbar sind. Sie dürfen also nicht isoliert betrachtet werden, sondern nur zusammen mit dem Fahrtenbuch (FG Berlin-Brandenburg, Urteil vom 14.4.2010, Az. 12 K 12047/09; Revision zum BFH wurde zugelassen).

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