Einzelhandel: Einheitliche Kleidung kein Arbeitslohn

 - 

Stellt ein Einzelhandelsunternehmen seinen Verkäufern einheitliche Kleidung zur Verfügung, handelt es sich dabei nicht um Arbeitslohn. Die Überlassung erfolge in erster Linie im Interesse des Arbeitgebers, um das Erscheinungsbild der Angestellten zu verbessern, urteilte der Bundesfinanzhof.

Geklagt hatte eine Bäckereikette, die ihren Verkäufern unter anderem Strickjacken, Hemden und Krawatten überlassen hatte. Die Textilien mussten während der Arbeitszeit getragen werden, waren aber nicht durch ein Firmenlogo gekennzeichnet. Deswegen unterstellte das Finanzamt, dass die Angestellten auch in ihrer Freizeit von den Kleidungsstücken Gebrauch machen könnten und verlangte Lohnsteuer vom  Arbeitgeber. Der Bundesfinanzhof gab dem Unternehmen Recht. Die Kleidungsstücke seien uniformähnlich und weder exklusiv noch hochpreisig. Deswegen handele es sich nicht um Arbeitslohn (BFH-Urteil vom 22.6.2006, Az.VI R 21/05).

Zu einem anderen Ergebnis kamen die Richter im Falle eines leitenden Angestellten, dem seine Firma teure Designeranzüge zur Verfügung stellte. In diesem Fall handelt es sich um Arbeitslohn - selbst dann, wenn das Unternehmen die Kleidungsstücke selbst herstellt (BFH-Urteil vom 11.4.2006, Az. VI R 60/02)

Weitere News zum Thema

  • Kreative Ideen für begünstigten Arbeitslohn

    [] Als Arbeitgeber haben Sie viele Möglichkeiten, Ihren Mitarbeitern lohnsteuerfreien oder pauschal versteuerten Arbeitslohn zu zahlen: von Aufmerksamkeiten über Jobticket bis hin zu Warengutscheinen. Zu einigen Möglichkeiten gibt es interessante Neuigkeiten, über die wir Sie informieren möchten. mehr

  • Für den Arbeitgeber im Ausland: Welches Steuerrecht gilt?

    [] Die Antwort hängt natürlich von vielen Faktoren ab und kann daher unterschiedlich ausfallen. Wir zeigen Ihnen heute den Fall eines Arbeitnehmers, der bei einem in Deutschland ansässigen Unternehmen angestellt war und im Streitjahr gut drei Monate in Großbritannien für ein dort ansässiges Unternehmen tätig wurde, das zum selben Konzern gehörte. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.